78 Gigawatt genehmigt: Großbatteriespeicher drängen ins deutsche Netz

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18.02.2026 News
Sebastian Wittag Sebastian Wittag Journalist
78 Gigawatt genehmigt: Großbatteriespeicher drängen ins deutsche Netz

Der Ausbau großer Batteriespeicher in Deutschland nimmt deutlich Fahrt auf. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind bereits Netzanschlüsse für mindestens 78 Gigawatt an Speichern mit einer Leistung von jeweils über 1 Megawatt genehmigt. Damit erreicht das genehmigte Volumen eine Größenordnung, die im Verhältnis zur bestehenden Kraftwerkskapazität bemerkenswert ist.

Noch dynamischer zeigt sich der Blick auf die Projektpipeline: Netzbetreiber prüfen aktuell Anschlussanfragen für Speicherprojekte mit einer Gesamtleistung von mehreren Hundert Gigawatt. Das unterstreicht das enorme Investoreninteresse und die Erwartung, dass Batteriespeicher künftig eine zentrale Rolle im Stromsystem übernehmen – insbesondere zur Integration erneuerbarer Energien und zur Bereitstellung von Flexibilität.

Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen. Die Vielzahl der Anträge belastet die Netzkapazitäten, vor allem auf Verteilnetzebene. Hinzu kommen weitere Großverbraucher wie Rechenzentren oder Ladeinfrastruktur, die ebenfalls Anschlusskapazitäten beanspruchen. Der BDEW fordert daher angepasste regulatorische Rahmenbedingungen, um Verfahren zu beschleunigen und Prioritäten klarer zu definieren.

Diskutiert werden unter anderem vereinfachte Anschlussregeln für besonders große Speicherprojekte. Klar ist: Der Markt signalisiert massives Wachstumspotenzial – nun muss die Regulierung Schritt halten, damit aus genehmigten Gigawatt auch realisierte Flexibilitätskapazitäten werden.