Energiewende-Barometer: Hohe Energiekosten bremsen Investitionen
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Die Deutsche Industrie- und Handelskammer DIHK hat für ihr Energiewende-Barometer rund 3.100 Unternehmen aus Industrie, Handel, Dienstleistungen und Bauwirtschaft zur Energiewende befragt. Das Umfrageergebnis zeigt: Ein Drittel der Unternehmen verschiebt Investitionen in Kernprozesse, jeder fünfte Betrieb denkt über die Produktionseinschränkung oder die Verlagerung ins Ausland nach. Von der Bundesregierung fordern die Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen, mehr Investitionen in die Energieinfrastruktur und niedrigere Strompreise.
Das Energiewende-Barometer zeigt, dass sich Strom für 49 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten verteuert hat. Wärme wurde sogar für 67 Prozent der Betriebe teurer. Dadurch hat sich auch der Wert des Energiewende-Barometers verschlechtert, das die Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beschreibt: Der Saldo negativer und positiver Auswirkungen erreicht in diesem Jahr auf einer Skala von minus 100 ("sehr negativ") bis plus 100 ("sehr positiv") nur noch einen Wert von minus 11,48 Punkte. Dabei fallen die Antworten regional etwas unterschiedlich aus und sind in Norddeutschland positiver als in den übrigen Regionen.
Wettbewerbsfähigkeit sinkt
Die Umfrage der Industrie- und Handelskammer hat außerdem ergeben, dass mehr als 40 Prozent der Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Energiewende beziehungsweise die damit verbundenen Energiekosten beeinträchtigt sehen. Rund ein Drittel der Unternehmen verschiebt deshalb Investitionen in Kernprozesse und jeder vierte Betrieb stellt Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen zurück. 16 Prozent der befragten Unternehmen verschieben Investitionen in ihre Forschung und Innovationen. Außerdem plant oder realisiert jeder fünfte Betrieb die Einschränkung seiner Produktion in Deutschland oder die Verlagerung ins Ausland.
Mehr Verlässlichkeit und staatliches Engagement gefordert
Bei der Frage, welche energiepolitischen Maßnahmen nötig sind, steht der Infrastrukturausbau an erster Stelle: Vier von fünf Unternehmen fordern von der Bundesregierung in diesem Bereich mehr Priorität und Verlässlichkeit. Knapp drei Viertel wünschen sich, dass sich der Staat finanziell mehr am Ausbau der Infrastruktur beteiligt. 78 Prozent der Unternehmen fordern eine Senkung der Steuern und Abgaben auf den Strompreis.
Für das Energiewende-Barometer 2026 hat die DIHK im Juni 2026 rund 3.100 Unternehmen befragt. Die Ergebnisse sind regional und branchenbezogen gewichtet und repräsentativ für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland.


















