Koalition hält Ausbauziele stabil – Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke deutlich reduziert

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14.11.2025 News
Sebastian Wittag Sebastian Wittag Journalist
Koalition hält Ausbauziele stabil – Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke deutlich reduziert
© www.blossey.eu / FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Die Spitzen der Regierungskoalition haben sich darauf geeinigt, die Ausschreibungsmengen für Photovoltaik und Windkraft unverändert hoch zu halten. Zugleich soll das Erneuerbare-Energien-Gesetz zügig an europäische Vorgaben angepasst werden.

Für 2026 plant die Bundesregierung Ausschreibungen für zehn Gigawatt neue steuerbare Kapazitäten. Acht Gigawatt davon sollen mit einer Mindestlaufzeit von zehn Stunden vergeben werden – de facto ein klarer Fokus auf neue Gaskraftwerke. Weitere zwei Gigawatt bleiben technologieoffen und stehen damit auch Batteriespeichern offen. Zusätzlich sollen zwei Gigawatt Wasserstoff fähige „Sprinter“-Kraftwerke ausgeschrieben werden.

Ursprünglich hatte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche deutlich größere Gasmengen von bis zu 20 Gigawatt ins Spiel gebracht. Angesichts internationaler Bedenken sowie Kritik aus der Branche wurde dieses Vorhaben nun deutlich reduziert.

Umweltschutzverbände wie die Deutsche Umwelthilfe kritisieren die Einigung scharf. Sie bemängeln vor allem die geringe Chance für Batteriespeicher und fordern eine konsequentere Ausrichtung auf erneuerbare Flexibilität. Der Energie- und Wasserwirtschaftsverband BDEW hingegen wertet den Beschluss als wichtiges Signal für Versorgungssicherheit, mahnt jedoch schnelle Klarstellungen zwischen Bundesregierung und EU-Kommission an.