Bertelsmann-Studie: Aktuelle Energiepolitik gefährdet Tausende Jobs
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Die Bertelsmann Stiftung hat die Auswirkungen der Energiepolitik der vergangenen 25 Jahre untersucht und die aktuellen Gesetzesvorhaben vor diesem Hintergrund eingeordnet. Das Ergebnis: Die Erneuerbaren-Branche reagiert äußerst sensibel auf politische Rahmenbedingungen. Mit der EEG-Novelle, dem Netzpaket, dem Gebäudemodernisierungs- und dem Stromversorgungssicherheitsgesetz gefährdet die Bundesregierung laut Analyse der Stiftung Tausende Arbeitsplätze.
Der Blick auf die vergangenen 25 Jahre zeigte den Autoren des 46-seitigen Fokuspapiers, wie eng Investitionen in erneuerbare Energien und Beschäftigtenzahlen zusammenhängen. So erreichten die Arbeitsplätze in der Erneuerbaren-Branche beispielsweise 2010/2011, als die Investitionen auf fast 28 Milliarden Euro jährlich stiegen, einen ersten Höchststand von 415.000 Personen. Bei Investitionen von 37,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Beschäftigten auf einen neuen Rekordwert von 436.000 Beschäftigten.
„Die Beschäftigung wächst dort, wo durch Planungssicherheit private Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließen“, erklärt die Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung Jana Fingerhut. Der Ausbau allein reiche aber nicht aus. Um die Beschäftigung und die strategische Unabhängigkeit zu sichern, sei auch eine inländische Produktion wichtig. „Dafür braucht es eine verlässliche Energiepolitik, auch über Wahlperioden hinweg", fordert Fingerhut.
Gesetze beschäftigungssicher gestalten
Wie sensibel die Beschäftigungszahlen der erneuerbaren Energien auf veränderte politische Rahmenbedingungen reagieren, zeigt beispielsweise der Wärmepumpenmarkt: Als das Gebäudeenergiegesetz 2024 heftig diskutiert wurde, fielen die Beschäftigtenzahlen um 28 Prozent. Die Stiftung fordert deshalb, die geplanten Gesetzesvorhaben von der EEG-Novelle bis zum Stromversorgungssicherheitsgesetz beschäftigungssicher auszugestalten.
„Wenn kleinere Photovoltaik-Anlagen keine Förderung mehr erhalten, Unsicherheit bei der Entschädigung im Fall von Netzengpässen Investitionen in erneuerbare Energien hemmt, Gaskraftwerke anstatt Speicherlösungen gebaut werden und klare Regeln für klimafreundliches Heizen wegfallen, dann kann das wieder Arbeitsplätze kosten“, warnen die Autoren.
Arbeitsmarktexperte Roman Wink fordert die Bundesregierung dazu auf, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen: „Wir dürfen den Ausbau der erneuerbaren Energien kein weiteres Mal abwürgen. Es geht um Jobs, um mehr Unabhängigkeit von fossilen Importen und letztlich um unsere Wettbewerbsfähigkeit", sagt er.
















