Bundeswirtschaftsministerium will große Batteriespeicher sofort aus der Kraftwerks‑Netzanschlussverordnung (KraftNAV) nehmen
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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWK) plant, große Batteriespeicher - konkret mit einer Leistung ab 100 Megawatt - kurzfristig aus dem Anwendungsbereich der KraftNAV herauszulösen. Das teilte das Ministerium im Rahmen eines Referentenentwurfs mit, der die Änderung vorsieht. Damit sollen Netzanschlüsse für Großspeicher künftig nicht mehr nach dem Verfahren für klassische Kraftwerke geregelt werden.
Mit der Vorlage gab das Ministerium den betroffenen Verbänden lediglich 24 Stunden Zeit zur Stellungnahme – ein Vorgehen, das für scharfe Kritik sorgt.
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) lehnt die Maßnahmen entschieden ab. Er weist darauf hin, dass derzeit kein alternatives, geordnetes Verfahren existiert, mit dem Netzanschlüsse für große Speicher vergeben werden könnten. Eine pauschale Herausnahme aus der KraftNAV führe zu hoher regulatorischer Unsicherheit und gefährde bereits zugesagte Projekte.
Tatsächlich existieren laut aktuellen Meldungen Zusagen über Netzanschlüsse von Großspeichern in Höhe von mindestens 78 Gigawatt. Das Antragsvolumen liegt sogar bei mehreren hundert Gigawatt, was die Befürchtungen von Marktakteuren zusätzlich untermauert.
Das Ministerium begründet den Schritt damit, dass Speicher aus Sicht der Systematik nicht mit klassischen Erzeugungsanlagen vergleichbar seien. Die Herausnahme soll verhindern, dass für Speicher das ursprünglich für große Kraftwerke gedachte Verfahren angewandt wird.
Kritiker warnen jedoch: Ohne ein neues, transparentes und priorisierendes Verfahren würden Planungssicherheit und Investitionsbereitschaft leiden — und der dringend benötigte Ausbau der Speicherinfrastruktur geriete ins Stocken.


















