EU-Kommission prüft Cyberrisiken von Solaranlagen

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16.06.2026 News
Gijs de Koning Gijs de Koning E-mail Hoofdredacteur
EU-Kommission prüft Cyberrisiken von Solaranlagen

Die Europäische Kommission will 2026 eine Risikobewertung von Solaranlagen in der EU durchführen. Die Maßnahme ist Teil der neuen strategischen Roadmap für Digitalisierung und künstliche Intelligenz im Energiesektor, die die Kommission am 3. Juni vorgestellt hat.

Nach Angaben der Kommission wird das europäische Energiesystem zunehmend digitaler, vernetzter und stärker elektrifiziert. Das kann helfen, erneuerbare Energien besser in die Stromnetze zu integrieren, Verbrauch flexibler zu steuern und Netze effizienter zu betreiben. Gleichzeitig entstehen neue Sicherheitsrisiken, weil digitale Komponenten und Datenzugänge eine größere Rolle in kritischer Energieinfrastruktur spielen.

Die Kommission nennt Solar- und Windenergieanlagen ausdrücklich als prioritäre Bereiche für Cybersecurity. Zu den genannten Risiken gehören die Manipulation der Stromerzeugung, unbefugter Zugriff auf Betriebsdaten, die Infiltration wichtiger Akteure in der Lieferkette und die Möglichkeit, Störungen aus der Ferne auszulösen. Als Reaktion darauf will die Kommission systematisch Risiken in diesen Bereichen bewerten. Für Solaranlagen ist diese Risikobewertung für 2026 vorgesehen.

Brüssel verweist zudem darauf, dass die Nutzung von EU-Mitteln für Projekte mit Wechselrichtern von Hochrisikoanbietern zuletzt eingeschränkt wurde. Ein neuer Vorschlag zur Cybersicherheitsverordnung soll nach Angaben der Kommission auch einen Rahmen schaffen, um den Einsatz solcher Wechselrichter in der EU bei Bedarf zu untersagen.

Die Roadmap ist jedoch nicht nur auf Risiken ausgerichtet. Die Kommission will auch den Einsatz von digitalen Lösungen und KI im Energiesystem beschleunigen. Sie sieht Anwendungsmöglichkeiten unter anderem bei Netzplanung, Netzmanagement, Prognosen, Engpassmanagement, Fehlererkennung und Investitionsplanung. Nach Einschätzung der Kommission könnte nachfrageseitige Flexibilität die Stromkosten europäischer Verbraucher jährlich um mehr als 71 Milliarden Euro senken. KI-gestützte Optimierung von Betrieb und Wartung könnte bis 2035 Einsparungen von bis zu 94 Milliarden Euro pro Jahr ermöglichen. Diese Zahlen sind Kommissionsangaben und sollten als politische Abschätzung eingeordnet werden.

Für die Solarbranche bedeutet die Ankündigung, dass Cybersecurity bei Wechselrichtern, Monitoring-Systemen, Energiemanagement und Netzintegration stärker in den Fokus rückt. Welche konkreten Anforderungen aus der EU-Risikobewertung folgen, ist noch offen.