Handlungsempfehlungen zum Energy Sharing
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Im Rahmen des Projekts Forum EnShare haben Wissenschaftler und Experten aus der Digital- und Energiewirtschaft mit betroffenen Akteuren über Lösungen diskutiert, wie man Energy Sharing effizient umsetzen kann. In einem Impulspapier geben sie Handlungsempfehlungen, wie die gemeinschaftliche Nutzung von erneuerbarem Strom gelingt.
Seit Juni ist Energy Sharing in Deutschland zwar gesetzlich erlaubt, scheitert jedoch in vielen Fällen an unklaren Vorgaben und komplexen Prozessen. Das Future Energy Lab der Deutschen Energie-Agentur (dena) und das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) haben daher jetzt im Rahmen des Projekts Forum EnShare mit Verteilnetzbetreibern, Start-ups und Verbänden aus der Energiewirtschaft, der Bürgerenergie und dem Verbraucherschutz über mögliche Lösungen diskutiert. Daraus entstand ein Impulspapier mit Handlungsempfehlungen für eine effiziente Umsetzung des Energy Sharings.
Standards und Strukturen schaffen
In dem 24 Seiten starken Dokument empfehlen die Experten den Netzbetreibern, konstruktiv auf Anfragen interessierter Kunden zu reagieren. Um sie dabei zu unterstützen, sollten die Bundesnetzagentur und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft klare Standards und Strukturen schaffen, wie beispielsweise einen verbindlichen Zeitplan für die geplante bundesweite Internetplattform der Verteilnetzbetreiber.
Blaupausen und Musterverträge
Für fehlende Standards zur Bilanzierung und Abrechnung könnte man nach Ansicht der Autoren Blaupausen entwickeln. Mit Musterverträgen und einheitlichen Vorlagen ließen sich Rechtsunsicherheiten beseitigen und Beratungskosten reduzieren. Damit Smart Meter schneller und günstiger verfügbar sind, sollte Energy Sharing im Messstellenbetriebsgesetz zum Pflichteinbaufall werden.
Großes Interesse am Energy Sharing
„Das Interesse an Energy Sharing ist groß. Viele Energiegenossenschaften, Prosumer*innen und Kommunen wollen selbstproduzierten Strom innerhalb ihres Verteilnetzgebietes mit anderen Abnehmern teilen“, sagt Stromwende-Forscherin Dr. Astrid Aretz vom IÖW. „Bisher konnten allerdings noch keine Projekte realisiert werden – und das liegt vor allem an unklaren Zuständigkeiten, fehlenden Vorgaben und an Verzögerungen bei der Digitalisierung.“
Lisa Strippchen, Seniorexpertin Stromerzeugung bei der dena, ergänzt: „Für den Erfolg des Modells ist jetzt essenziell, dass die Umsetzung in der Praxis für Bürgerinnen und Bürger effizient und einfach möglich wird. Dazu gehört beispielsweise der diskriminierungsfreie Netzzugang und ein standardisiertes Kommunikationsverfahren mit den Verteilnetzbetreibern.“
Auf der Website des Future Energy Labs gibt es neben dem Empfehlungspapier auch ein FAQ zum Thema Energy Sharing.

















