Hohe Strompreise bei Hitzeflauten: Bundesverband Neue Energiewirtschaft fordert mehr Tempo bei Digitalisierung und Speicherausbau

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24.07.2026 Hauptartikel
Iris Krampitz Iris Krampitz E-mail Journalistin
Hohe Strompreise bei Hitzeflauten: Bundesverband Neue Energiewirtschaft fordert mehr Tempo bei Digitalisierung und Speicherausbau

Während der Hitzeflaute im Juni kostete der Strom an der Börse bis zu 747 Euro pro Megawattstunde. Um derartige Preisspitzen künftig zu vermeiden, hat der Bundesverband Neue Energiewirtschaft Maßnahmen für mehr Flexibilität durch Speicher und intelligente Verbraucher vorgeschlagen.

Aus Sicht des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) haben die Preisspitzen im Juni die Defizite bei der Flexibilisierung des Stromnetzes aufgezeigt: „Tagsüber werden Solarstromanlagen abgeregelt, abends fehlt dieser Strom und teure konventionelle Kraftwerke müssen einspringen“, so der Verband.

Bei Hitzeflauten trifft ein sehr hoher Strombedarf u.a. wegen Klimaanlagen auf wenig Wind. Wird der tagsüber produzierte Solarstrom nicht gespeichert, führt das zu hohen Kosten in den Abendstunden.

Mehr Speicher integrieren

Der Bundesverband schlägt daher vor, Netzanschlüsse und Genehmigungen für Großspeicher zu beschleunigen und sie schneller ans Netz zu bringen. Sie könnten die Preisspitzen in den Abendstunden innerhalb von Sekunden dämpfen. Einen weiteren Beitrag könnten private Heimspeicher (mehr als 20 GWh) und Elektroautos (rund 100 GWh) leisten. Dafür müssten regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen und das intelligente Laden zum Standard gemacht werden.

Intelligente Messsysteme ausbauen und Netze digitalisieren

Der Smart-Meter-Rollout sollte nach Ansicht des Bundesverbandes beschleunigt werden, damit Speicher, Wärmepumpen, Wallboxen und andere steuerbare Verbraucher automatisch auf Preissignale reagieren können. Mit einer umfassenden Digitalisierung der Netze könnte der Netzzustand flächendeckend online in Echtzeit überwacht werden. „Ein solches digitalisiertes Netz ist die Grundvoraussetzung für eine fortgeschrittene Flexibilisierung. Millionen dezentraler Speicher und Erzeugungsanlagen müssen intelligent mit der Netzauslastung koordiniert werden“, erklärt der Bundesverband.

Dynamische Netzentgelte einführen

Netznutzer sollten auf den aktuellen Netzzustand reagieren können. Dafür brauche es nach Ansicht des bne „ambitionierte und sanktionsbasierte Zielvorgaben für Netzbetreiber, die dynamischen Netzentgelte in der Praxis endlich nutzbar zu machen.“

Dynamische Stromtarife müssten von allen Lieferanten einfach, transparent und zuverlässig angeboten werden können. Verbraucher sollten dafür belohnt werden, wenn sie ihren Stromverbrauch in Zeiten niedriger Preise verlagern, wodurch Preisspitzen reduziert und das Stromsystem insgesamt entlastet werden.

„Die aktuellen Preisspitzen zeigen keinen Mangel an Strom, sondern einen Mangel an Flexibilität. Mit einem beschleunigten Ausbau von Speichern, Digitalisierung, intelligenten Tarifen und flexiblen Marktprozessen lassen sich solche Preisspitzen deutlich reduzieren – und gleichzeitig die Kosten für Verbraucher senken“, resümiert der Verband.