Neue Auswertungen zur kommunalen Wärmeplanung veröffentlicht
Zurück
Bis zum 30. Juni 2026 mussten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern einen Wärmeplan vorlegen. Im Nachgang erschienen neue Auswertungen vom Fraunhofer ISE, dem Öko-Institut und dem BBSR. Die Ergebnisse zeigen, dass Wärmepumpen und Wärmenetze die zentralen Säulen der künftigen Wärmeversorgung bilden. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt bereits mit einem Wärmeplan.
Der Bundesverband Wärmepumpe hat am 12. August einen Überblick über die Auswertungen zur kommunalen Wärmeplanung veröffentlicht, die nach dem Stichtag am 30.6. erschienen sind (siehe Kommunale Wärmeplanung: Neue Auswertungen zum Stichtag | BWP | waermepumpe.de) Die Ergebnisse zeigen, wie weit die Wärmeplanung in Deutschland bereits vorangekommen ist und wo noch Nachbesserungsbedarf besteht.
So zeigt die Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und des Öko-Instituts beispielsweise, dass die untersuchten Kommunen bis 2045 weitgehend aus Erdgas und Heizöl aussteigen wollen. Stattdessen sollen Wärmepumpen bis 2045 rund 41 Prozent der Wärmeversorgung abdecken, Wärmenetze rund 36 Prozent.
Bei den Wärmeplänen würden jedoch noch Angaben fehlen, wie die Wärmeerzeugung für die Wärmenetze künftig aussehen soll. Die Institute haben bei ihrer Analyse rund 380 Wärmepläne für 938 Kommunen analysiert.
Halbjahresbericht veröffentlicht
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat einen Halbjahresbericht veröffentlicht, der zeigt, dass bundesweit zum 30. Juni 2.836 Gemeinden ihre Wärmeplanung abgeschlossen hatten, was 26,3 Prozent aller Gemeinden entspricht. Weitere 4.419 Kommunen arbeiten derzeit an einem Wärmeplan. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (56 Prozent) lebt inzwischen in Kommunen mit abgeschlossenem Wärmeplan.
Die Auswertung der Wärmepläne ergab nach Angaben der Autoren, dass viele Großstädte ambitionierte Annahmen für den Umbau ihrer Wärmeversorgung treffen. Mehr als die Hälfte der vorliegenden Pläne orientiere sich am Zieljahr 2045, rund ein Drittel strebe bereits das Jahr 2040 an. Einzelne Städte wollen ihre Wärmeversorgung schon bis 2035 oder 2038 klimaneutral umstellen. Dabei sind nicht alle Annahmen realistisch: „Viele Wärmepläne setzen Sanierungsraten voraus, die deutlich über dem heutigen Niveau liegen. Ob diese Annahmen erreicht werden können, hängt wesentlich von Investitionen, den verfügbaren Fachkräften und den Kapazitäten im Baugewerbe ab“, sagt Andrea Arnold-Drmic, Mitautorin des Berichts.
Der Halbjahresbericht basiert auf öffentlich verfügbaren Wärmeplänen und ergänzenden Erhebungen. Die Wärmepläne deutscher Großstädte hat der BBSR erstmals besonders intensiv analysiert.
















