Redispatch-Vorbehalt: Laut bne-Analyse profitieren E.ON-Netzgesellschaften besonders stark

Zurück
05.10.2026 News
Iris Krampitz Iris Krampitz E-mail Journalistin
Redispatch-Vorbehalt: Laut bne-Analyse profitieren E.ON-Netzgesellschaften besonders stark

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) hat am 29. September die 15-seitige Hintergrundanalyse „Wer profitiert wirklich vom Redispatch-Vorbehalt?“ veröffentlicht. Die Analyse zeigt, dass sich die Redispatchkosten zunehmend in die Verteilnetze verlagern. E.ON-Netzgesellschaften würden laut Analyse besonders stark davon profitieren, wenn der finanzielle Ausgleich für die Betreiber von Wind- und Solarparks bei einer Abregelung eingeschränkt wird (Redispatch-Vorbehalt).

Die bne-Analyse zeigt, dass sich der Redispatch auf wenige große Netzbetreiber konzentriert. Besonders auffällig ist laut Analyse dabei, dass die E.ON-Netzgesellschaften zwischen Januar 2023 und April 2026 rund 73 Prozent der Redispatchmengen im Verteilnetz ausmachten, obwohl sie nur 26,1 Prozent der Anschlusspunkte im Nieder- und Mittelspannungsnetz betreiben. Bemerkenswert sei nach Angaben des Verbands auch die Entstehungsgeschichte: Der erste dokumentierte Vorschlag für einen Redispatch-Vorbehalt stamme von der E.ON-Tochter E.DIS aus dem Jahr 2021. Es folgten ein gemeinsames Papier von E.DIS und E-Bridge und die Aufnahme des Redispatch-Vorbehalts als E.ON-Forderung ins Lobbyregister. Die Westenergie – damals geführt von der heutigen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche - habe den Vorschlag unterstützt.

Bne fordert Abschaffung des Redispatch-Vorbehalts

Der bne fordert, den Redispatch-Vorbehalt zu streichen und Netzengpässe stattdessen durch Netzausbau, Digitalisierung, flexible Netznutzung und Speicher zu beseitigen. „Die Bundesregierung muss Energiepolitik für das ganze Land machen – und darf sich nicht vor den Karren einzelner Konzerne spannen lassen. Die Netzkrise lösen wir, indem wir Engpässe beseitigen, statt ihre Kosten auf die Erneuerbaren abzuwälzen. Der Redispatch-Vorbehalt setzt genau den falschen Anreiz: Der Netzbetreiber wird auf dem Papier effizienter, obwohl der Engpass bleibt“, sagt Robert Busch, Geschäftsführer des bne.