Schwacher Jahresstart für Photovoltaik in Deutschland
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Der deutsche Photovoltaikmarkt ist verhalten in das Jahr 2026 gestartet. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden im ersten Quartal neue Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 3,51 Gigawattpeak in Betrieb genommen. Damit lag der Zubau etwa sechs Prozent unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Grundlage ist eine Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur mit Stand vom 23. April 2026.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Dachanlagen aus. Im Heimsegment, also bei Gebäudeanlagen unter 30 Kilowattpeak, wurden rund 0,85 Gigawattpeak neu installiert. Das entspricht einem Minus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch stärker betroffen war das Gewerbedachsegment: Anlagen über 30 Kilowattpeak kamen im ersten Quartal auf rund 0,60 Gigawattpeak und damit auf ein Drittel weniger Zubau als im Vergleichszeitraum. Auch steckerfertige Balkonsolaranlagen entwickelten sich leicht rückläufig. Sie erreichten rund 0,09 Gigawattpeak, sechs Prozent weniger als im Vorjahr.
Zuwächse gab es dagegen bei Freiflächenanlagen. Einschließlich sonstiger Anlagen wurden in diesem Segment rund 1,97 Gigawattpeak neu registriert. Das bedeutet ein Plus von 20 Prozent. Die Zahlen zeigen damit eine deutliche Verschiebung innerhalb des Marktes: Während große Solarparks weiter zulegen, verlieren Dachanlagen im privaten und gewerblichen Bereich spürbar an Dynamik.
Der BSW-Solar warnt vor diesem Hintergrund vor weiteren Einschnitten bei der Förderung. Kritisch sieht der Verband insbesondere Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die Rahmenbedingungen für Photovoltaik-Dachanlagen ab 2027 zu verschärfen. Bereits das Anfang 2025 beschlossene Solarspitzengesetz habe die Bedingungen für die Solarenergie verschlechtert.
Für die kommenden Wochen erwartet der Verband zwar eine leichte Belebung der Nachfrage. Gründe seien die jüngste Energiekrise sowie mögliche Vorzieheffekte, falls Marktakteure mit weiteren Förderkürzungen rechnen. BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig betont jedoch, eine kurzfristige Sonderkonjunktur könne verlässliche Investitionsbedingungen nicht ersetzen. Wer den Solarausbau bremse, schwäche den Wirtschaftsstandort und einen wichtigen Beitrag zur Dämpfung von Energiepreisen.
Nach Einschätzung des Verbandes unterstreicht die Entwicklung den politischen Handlungsbedarf. Um Deutschland unabhängiger von teuren Energieimporten zu machen, brauche es einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien und Speicher. Gerade die rückläufigen Zahlen bei Dachanlagen gelten dabei als Warnsignal: Ohne stabile Rahmenbedingungen droht ein Marktsegment an Schwung zu verlieren, das für dezentrale Stromerzeugung, Eigenverbrauch und Akzeptanz der Energiewende eine zentrale Rolle spielt.

















