Smart-Meter-Initiative macht Vorschläge zur Umsetzung der Light-Version
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Die Bundesregierung hat im Juli für alle Haushalte, die nicht unter den Smart-Meter-Rollout fallen, eine Light-Variante beschlossen. Während VDE FNN und DKE die Einführung von Smart Meter Light Systemen heftig kritisierten, kommt jetzt Unterstützung von einem Netzwerk aus digitalen Stromanbietern: Die Smart-Meter-Initiative lobt den Beschluss und will ihn umsetzen. Damit das gelingt, seien jedoch vier Änderungen im Messstellenbetriebsgesetz notwendig.
Beim Einbau von Smart Metern hinkt Deutschland im europäischen Vergleich weit hinterher. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden hierzulande bis Ende 2025 knapp 3,1 Millionen intelligenter Messsysteme installiert, was einer Einbauquote von 5,5 Prozent entspricht. Dabei sollen in allen EU-Mitgliedsstaaten bis Ende 2030 mindestens 50 Prozent, bis Ende 2033 mindestens 75 Prozent aller Endkunden mit intelligenten Messsystemen ausgestattet sein. So fordert es die EU-Kommission in einem im Juli vorgelegten Gesetzespaket.
EU-Vorgaben kostengünstig erfüllen
Die Bundesregierung will die kostengünstige Light-Variante für alle Kunden etablieren, die nicht zum Smart Meter Rollout verpflichtet sind. Die Smart-Meter-Initiative lobt diesen Vorschlag in ihrem Ende August veröffentlichten Positionspapier „Die Weichen für das Smart Meter Light jetzt stellen“, weil die Light-Variante eine realistische Option biete, um die EU-Vorgaben zu vertretbaren Kosten zu erfüllen. Nach Ansicht der Smart-Meter-Initiative genügt für die Light-Variante ein einfacher, kostengünstiger Zähler mit Kommunikationsmodul, der Viertelstundenwerte misst und übermittelt und jederzeit zum intelligenten Messsystem aufgerüstet werden kann.
Weil die Light-Variante nur misst und kommuniziert, kann sie nach Einschätzung der Smart-Meter-Initiative drei- bis viermal günstiger sein als ein intelligentes Messsystem (iMSys), das zusätzlich auch Wärmepumpen, PV-Anlagen und Wallboxen steuern kann. Die Autoren des Positionspapiers streben für die Light-Variante einen Preis von maximal 40 Euro an. Im Unterschied zum Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE FNN) und der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) ist die Smart-Meter-Initiative davon überzeugt, dass die Light-Version dem laufenden Rollout weder Kapazitäten noch Nachfrage nehmen wird.
Vier Änderungen nötig
Bevor ein Smart Meter Light umgesetzt werden kann, müssen nach Ansicht der Initiative aber noch ein paar Weichen gestellt werden. Sonst bleibe der Beschluss wirkungslos. In ihrem Positionspapier schlagen die Autoren vier konkrete Änderungen für die Novelle des Messstellenbetriebsgesetzes vor.
Zunächst sollte das Smart Meter Light gesetzlich definiert und von einer modernen Messeinrichtung und einem intelligenten Messsystem abgegrenzt werden. Von zentraler Bedeutung sei es außerdem, dass künftig für optionale Einbaufälle die Übermittlung von Zählerständen und Zählerstandsgängen zu Abrechnungs-, Bilanzierungs- und Transparenzzwecken auch ohne Smart Meter Gateway zugelassen ist. Wird dieser Passus nicht geändert, bleibt der Einbau eines Smart Meter Lights laut Smart-Meter-Initiative untersagt.
Weil das Gefährdungspotenzial von Geräten, die Messwerte nur übertragen, aber nichts steuern können, geringer ist, fordert die Initiative außerdem eine Lockerung der Sicherheitsvorschriften. Statt einer Sonderzertifizierung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sollte für die Light-Version nur noch das Einhalten verbindlicher Mindestanforderungen der Bundesnetzagentur samt Herstellererklärung und Marktaufsicht verlangt werden.
Damit alle Hersteller einen einheitlichen, planbaren Zulassungsrahmen erhalten, sollte zudem die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) damit beauftragt werden, die Regeln und technischen Spezifikationen für eine eichrechtskonforme Zeitstempelung und Signierung von Messwerten zu ermitteln.
Über die Smart-Meter-Initiative
Die Smart-Meter-Initiative wurde 2023 von digitalen Stromanbietern gegründet, um den Rollout intelligenter Messsysteme in Deutschland zu beschleunigen. Neben den Gründungsunternehmen Tibber, Rabot Energy, Octopus Energy und Ostrom zählen die Energieanbieter decarbon1ze und LichtBlick, der Händler für Balkonkraftwerke Kleines Kraftwerk und der Bundesverband Steckersolar zu den Mitgliedern.

















