Strom für Haushalte, Gewerbe und Industrie wird preiswerter

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22.09.2026 News
Sven Ulrich
Strom für Haushalte, Gewerbe und Industrie wird preiswerter

Die Stromkosten in Deutschland sinken. Vor allem für Haushaltskunden wird es billiger, während die Strompreise für die Industriekunden nur leicht sinken.

Die Haushalte in der Bundesrepublik zahlen im Jahr 2026 durchschnittlich weniger für ihren Strom als noch im Vorjahr. Das gilt auch für die Stromkosten für Gewerbe- und Industriekunden, wie aus der aktuellen Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervorgeht.

Beschaffungspreise sinken

Die Analyse zeigt, dass die durchschnittlichen Haushaltsstrompreise in diesem Jahr im Vergleich zu 2025 von 39,3 auf 37,0 Cent pro Kilowattstunde gesunken sind. Dies liegt einerseits an den sinkenden Kosten der Stromanbieter für die Strombeschaffung und andererseits an gesunkenen Kosten für die Netzentgelte. Letzteres führen die Analysten des BDEW primär auf die Zuschüsse des Bundes für die Übertragungsnetzbetreiber zurück. Diese konnten dadurch ihre Kosten senken, die sie an die Endkunden weitergeben. Dies schlägt sich mit 1,7 Cent pro Kilowattstunde senkend auf die Kosten für die Endverbraucher nieder.

Weitere gut 0,5 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich durch sinkende Beschaffungskosten der Stromanbieter. Die restlichen knapp 0,1 Cent pro Kilowattstunde gehen auf die leicht sinkenden Abgaben zurück. Hier sinkt hauptsächlich die Mehrwertsteuer aufgrund der zurückgehenden Kosten für die Strombeschaffung. Dies macht immerhin eine Senkung von 0,37 Cent pro Kilowattstunde aus. Allerdings steigen im Gegenzug die Kosten für die Umlage zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sowie die Umlage zur Netzanbindung von Offshore-Windkraftanlagen leicht.

Kosten höher als vor dem Ukrainekrieg

Insgesamt bezahlen die Haushalte aber immer noch über vier Cent pro Kilowattstunde mehr als vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022. So liegen die Kosten für die Strombeschaffung aufgrund der gestiegenen Erdgaspreise immer noch fast doppelt so hoch wie 2021. Die Stromkunden bezahlen auch mehr für die Netznutzung. Die Abgabenlast ist hingegen um rund vier Cent pro Kilowattstunde gesunken. Dies liegt wiederum daran, dass im Jahr 2021 ein Großteil der EEG-Umlage in den Bundeshaushalt verschoben wurde.

Sinkende Stromkosten durch Lohnentwicklung

Allerdings sind die Strompreise inflationsbereinigt im Vergleich zum Jahr 2021 leicht gesunken. So liegen die nominalen Preise inzwischen zwar rund zwölf Prozent über den Preisen von 2021. Allerdings sind in diesen Jahren auch die Verbraucherpreise drastisch gestiegen, sodass die Strompreise, bereinigt um die heftige Inflation der vergangenen Jahre, sogar gut fünf Prozent unter den Preisen von 2021 liegen. Gleichzeitig sind auch die Nominallöhne gestiegen. Bereinigt um diesen Nominallohnindex liegen die Strompreise derzeit sogar um fast neun Prozent unter denen des Jahres 2021.

Industriebetriebe zahlen weniger

Leicht gesunken sind auch die Gewerbe- und Industriestrompreise. So zahlen die Industriebetriebe mit einem Verbrauch von mehr als 160 Megawattstunden pro Jahr durchschnittlich 17,2 Cent pro Kilowattstunde. Das sind 0,4 Cent pro Kilowattstunde weniger als noch 2025. Dabei sind die Kosten für die Strombeschaffung, die Netzentgelte und den Vertrieb um 0,8 Cent pro Kilowattstunde gesunken. Allerdings müssen auch die Industriebetriebe mehr für die Förderung der KWK und die Netzumlage von Wind-Offshoreanlagen bezahlen, sodass die Kosten für die Abgaben um 0,3 Cent pro Kilowattstunde gestiegen sind – trotz Entlastungen bei den Kosten für die Übertragungsnetze.

Insgesamt liegen die Industriestrompreise aber inzwischen sogar unter dem Niveau der Preise vor dem Beginn des Ukrainekriegs. Die Industriekunden zahlen durchschnittlich so viel wie im Jahr 2017.