Wärmepumpen-Absatz steigt im ersten Halbjahr um 40 Prozent

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18.08.2026 Hauptartikel
Gijs de Koning Gijs de Koning E-mail Hoofdredacteur
Wärmepumpen-Absatz steigt im ersten Halbjahr um 40 Prozent

Der deutsche Wärmepumpenmarkt setzt seinen Wachstumskurs fort. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 195.000 Wärmepumpen von Herstellern an Großhändler und Fachhandwerker abgesetzt. Das entspricht einem Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie aus der aktuellen Absatzstatistik des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) und des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) hervorgeht.

Damit setzt sich die Erholung des Marktes auch 2026 fort. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Wärmepumpe einen wichtigen Meilenstein erreicht. Mit rund 299.000 verkauften Geräten und einem Marktanteil von 48 Prozent war sie 2025 erstmals das meistverkaufte Heizsystem in Deutschland. Zuvor war der Absatz 2024 nach mehreren Jahren starken Wachstums deutlich eingebrochen.

Förderung und fossile Risiken treiben Nachfrage

Der BWP führt die aktuelle Entwicklung unter anderem auf das gestiegene Bewusstsein für die Kosten- und Versorgungsrisiken fossiler Energieträger zurück. Gleichzeitig spiele die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) weiterhin eine wichtige Rolle bei der Investitionsentscheidung von Hauseigentümern.

Die Förderung befindet sich allerdings selbst im Wandel. Seit dem 21. Juli gelten neue Bedingungen, mit denen die Bundesregierung die Förderung schrittweise zurückführt und stärker nach Einkommen staffelt. Unter anderem sinken die maximal förderfähigen Investitionskosten. Ab 2027 soll außerdem ein neuer Wertschöpfungsbonus Wärmepumpen begünstigen, die in Europa beziehungsweise in assoziierten Märkten hergestellt werden. Sustainable Media 365 berichtete bereits über die Änderungen bei der Wärmepumpenförderung.

Für die Branche wird deshalb entscheidend sein, ob sich der positive Absatztrend auch unter den neuen Förderbedingungen fortsetzt. Der BWP sieht neben der Förderung insbesondere das Verhältnis zwischen Strom- und fossilen Energiepreisen als einen wichtigen Faktor für die weitere Marktentwicklung.

Wärmepumpe etabliert sich zunehmend

Die aktuellen Verkaufszahlen passen zu einer breiteren Entwicklung im deutschen Gebäudesektor. Vor allem im Neubau hat sich die Technologie bereits weitgehend durchgesetzt. Von den 2025 fertiggestellten Wohngebäuden wurden 73,6 Prozent hauptsächlich mit einer Wärmepumpe beheizt. Bei geplanten Neubauten lag der Anteil sogar noch höher.

Im Gebäudebestand verläuft die Umstellung allerdings deutlich langsamer. In Deutschland sind derzeit knapp zwei Millionen Wärmepumpen in Betrieb. Gleichzeitig werden weiterhin große Teile des bestehenden Gebäudebestands mit Gas und Öl beheizt. Für die Wärmewende ist deshalb nicht nur entscheidend, welche Heiztechnik bei Neubauten gewählt wird, sondern vor allem, wie schnell fossile Heizsysteme im Bestand ersetzt werden.

Die Halbjahreszahlen zeigen zumindest, dass der starke Marktaufschwung des vergangenen Jahres bislang nicht abreißt. Nach dem erstmaligen Sprung an die Spitze des deutschen Heizungsmarktes 2025 könnte sich die Wärmepumpe damit zunehmend als neuer Standard bei der Heizungsmodernisierung etablieren.