Überschüssigen PV-Strom für Wärme nutzen
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Bei dem diesjährigen Power-to-Heat-Forum auf der Fachmesse Intersolar Europe präsentierten die Referenten anhand zahlreicher Praxisbeispiele, wie man überschüssigen Solarstrom für die Wärmeerzeugung nutzen kann.
Welche Rolle die Wärme in einem von der Photovoltaik geprägten Energiesystem spielen kann, erläuterte Uwe Lucht, Vorstand der IG-Infrarot Deutschland, in seinem Vortrag „Wärmeoffensive – Infrarotheizung trifft PV“. Nach seiner Ansicht entscheidet sich die Energiewende nicht nur auf dem Dach: „Infrarotheizungen sind Teil eines Gesamtsystems“, sagte er.
Die Zukunft liege dabei im Zusammenspiel. Kombiniere man Infrarotheizungen mit PV-Anlagen, lasse sich der Eigenverbrauch erhöhen. In Kombination mit Speichern könne man die Last verschieben und mit Smart Metern das System flexibel steuern. Außerdem empfahl Lucht, Netzüberschüsse in Wärme umzuwandeln und dynamische Tarife aktiv auszunutzen. „Elektrische Wärme ist ein wichtiger Baustein der Energiewende“, sagte der IG-Infrarot-Vorstand. „Die Wärme der Zukunft ist intelligent, flexibel und netzdienlich.“
Behagliche Wärme
Lösungen und Praxisbeispiele wurden bei dem Forum von Vertretern der Unternehmen Vitramo, Askoma, my-PV und Etherma vorgestellt. Vitramo setzt auf kleinformatige rahmenlose Heizelemente für die Deckenmontage. Nach Angaben des Geschäftsführers Bernd Morschhäuser führt dieses Konzept zu einer hohen Strahlungsintensität bei sehr geringer Konvektion. Das reduziere die Temperaturunterschiede und erhöhe die thermische Behaglichkeit.
Stromkosten reduzieren
Etherma stellte ein stromgeführtes Referenzprojekt aus PV-Anlagen, Ladestationen und einem 80-kWh-Batteriespeicher mit Heizmatten als Betonkernaktivierung vor. Das Gewerbegebäude hat eine Fläche von 1.320 Quadratmetern und benötigt 70.645 Kilowattstunden Energie pro Jahr. „Es ist uns gelungen, mit dem System einen Autarkiegrad von 49,2 Prozent zu erreichen. Die Stromkosten konnten dadurch auf 760 Euro pro Monat für Heizen, Kühlen und den Betrieb reduziert werden“, erläuterte Vertriebsleiter Sandro Lorch.
Einen ähnlichen Autarkiegrad – rund 45 Prozent – erreicht auch die my-PV GmbH in ihrem solarelektrischen Firmengebäude. Ein Photovoltaik-Power Manager sorgt hier dafür, dass überschüssiger Solarstrom für die elektrischen Fußbodenheizungen genutzt werden kann. Lesen Sie hier mehr darüber.
Umwandeln statt abregeln
Vertriebsleiter Andreas Pirner von Askoma zeigte in München, wie man mit einem Einschraub-Heizkörper überschüssigen Windstrom im Gebäude nutzen kann. Die Überschüsse werden bei diesem Konzept über das Stromnetz ins Gebäude geführt. Der Einschraub-Heizkörper steuert dann den Heizstab und die Infrarotheizungen und sorgt dafür, dass günstige bzw. negative Strompreise maximal genutzt werden. Das Stromnetz wird dadurch entlastet, ein Abregeln wird verhindert und die Energiekosten können reduziert werden.

















