Batteriespeicher: Der Markt regelt das
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Diese abgenutzte Floskel wird oft im politischen Kontext genutzt, wenn Antworten und Entscheidungen erwartet werden, die niemand treffen möchte. Doch beim Ausbau von Batteriespeichern in Deutschland trifft genau das zu: „Der Markt regelt das" und der Markt liefert auch. Das zeigen eindeutig die Zahlen der Netzanschlussbegehren für Batteriespeicher aus dem Jahr 2025. Die Netzbetreiber erhielten insgesamt 18.158 Anfragen für über 574 Gigawatt Leistung und 1.583 Gigawattstunden Kapazität. Diese Flut an Anfragen mündete in 54 Gigawatt und 142 Gigawattstunden Anschlusszusagen, was einen deutlichen Zuwachs zu den Vorjahren darstellt.
Dieses Interesse an Batteriespeichern lässt sich derzeit nicht auf eine speicherspezifische Förderung zurückführen, denn anders als bei der Photovoltaik gibt es für Speicher keine vergleichbare Einspeisevergütung. Ganz im Gegenteil: Die Kommunikation in Bezug auf erneuerbare Energien ist in manchen Punkten ambivalent und teilweise sogar widersprüchlich zu den gesetzten Ausbauzielen in Deutschland. Auf der einen Seite wird die Systemrelevanz von Speichern betont, auf der anderen Seite sorgt der Ende Juli vom Kabinett beschlossene, aber noch nicht geltende EEG 2027 Entwurf für Unruhe im Markt. Zwar setzt die Novelle mit dem Ende der festen Einspeisevergütung strukturell eher auf Speicher, doch die Unsicherheit über die genaue Ausgestaltung bremst kurzfristig die Planungssicherheit. Hierdurch werden sich die Geschäftsmodelle von Erneuerbaren und speziell von Batteriespeichern zum heutigen Stand in Zukunft stark unterscheiden.
Trotz fehlender politischer Signale, die den Kurs der Erneuerbaren auf „volle Fahrt voraus" bringen, wird kräftig investiert. Auch wenn der Sachverhalt viel diverser ist, lautet die einfachste Antwort darauf: Weil es sich lohnt. Das haben Projektentwickler, Investoren und Betreiber von PV-Anlagen längst verstanden und kalkulieren offenbar mit einer Zukunft, in der Speicher einer der zentralen Bausteine einer Wertschöpfung sind, die weit über die derzeit bekannten Geschäftsmodelle hinausgehen.
Dies wird vor allem deutlich, wenn wir die Diskrepanz zwischen Anfragen und Zusagen an die Netzbetreiber betrachten. Natürlich stehen hinter einigen Anfragen Projekte, die an verschiedenen Standorten platziert werden, um die Wahrscheinlichkeit der Zusage zu erhöhen. Allerdings sprechen wir von Anfragen in Höhe von 1.583 Gigawattstunden vs. 142 Gigawattstunden Anschlusszusagen. Das ist ein mehr als 1.000 % höherer Bedarf als tatsächlich zugesagt wurde; ein Beleg dafür, wie sehr die Nachfrage das übersteigt, was Verteil- und Übertragungsnetzbetreiber aktuell stemmen können und wollen.
Dieser rationale Markttrend ist die Antwort auf sinkende Preise von Battereispeichern und zunehmend negative Strompreise durch den steigenden Anteil von Erneuerbaren im Strommix. Hieraus resultiert die gesteigerte Notwendigkeit von Flexibilität, Netzdienlichkeit der Speicher und/oder Arbitrage, die allesamt Aussicht auf Erlöse bieten. Zudem gibt es weitere Geschäftsmodelle, die den Trend positiv verstärken und das unabhängig davon, ob die politischen Rahmenbedingungen gegeben sind oder nicht.
Dennoch ist es wünschenswert, dass die Politik die Verantwortung nicht einfach dem Markt überlässt. Auch wenn die Erneuerbaren attraktive Renditemodelle bieten, ist der Ausbau gesellschaftlich wichtiger denn je. Denn der Energiehunger unserer Gesellschaft wächst und die Auswirkungen des Klimawandels sind in unserem Alltag allgegenwärtig. Nur gemeinsam mit einem flexiblen Modell aus Erneuerbaren, Batterie- und Langzeitspeichern können wir diese Aufgabe zukünftig bewältigen.
Aber vorerst regelt das der Markt.
















