Fraunhofer-Analyse: Mit mehr Batteriespeichern Milliarden einsparen

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27.07.2026 News
Iris Krampitz Iris Krampitz E-mail Journalistin
Fraunhofer-Analyse: Mit mehr Batteriespeichern Milliarden einsparen

Das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE hat im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE), des Bundesverbands Solarwirtschaft und des Bundesverbands WindEnergie die Auswirkungen eines schnelleren Batteriespeicherausbaus analysiert. Das Ergebnis: Mit mehr Flexibilität im Stromsystem könnte Deutschland jedes Jahr rund vier Milliarden Euro einsparen.

Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien treten häufiger Zeiten sehr hoher Einspeisung auf, in denen die Börsenstrompreise stark sinken oder sogar negativ sind. Das führt zu Abregelungen, senkt den Marktwert erneuerbarer Energien und erhöht die Finanzierungsrisiken und den Förderbedarf.

Mit zusätzlichen Speichern kann man diese Herausforderungen bewältigen, wie die Analyse des Fraunhofer IEE zeigt. Die negativen Strompreise ließen sich um fast 70 Prozent, die Abregelungsmengen um rund 55 Prozent reduzieren. Bereits eine zusätzliche kurzfristige Flexibilität von 20 Gigawatt Speicherleistung mit vier Stunden Speicherkapazität im Zeitraum Januar 2025 bis Ende Mai 2026 würde volkswirtschaftliche Einsparungen von 5,6 Milliarden Euro ermöglichen, so die Forscher. Auf ein Jahr gerechnet entspreche das rund 3,9 Milliarden Euro.

Den Ausbau beschleunigen

Die Forscher ermittelten, dass etwa acht Gigawatt Speicherleistung beziehungsweise 32 Gigawattstunden Speicherkapazität pro Jahr zusätzlich notwendig sind, um die angestrebten Ausbauvolumina von jährlich 20 Gigawatt Photovoltaik und 15 Gigawatt Windenergie besser integrieren zu können.

„Die Analyse zeigt: Speicher sind ein Sparprogramm für Stromkunden und Bundeshaushalt“, sagt BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser. „Die Politik muss Speicher und Flexibilität jetzt schneller ermöglichen.“

Der BEE fordert deshalb, regulatorische Hemmnisse schnell abzubauen und Netzanschlussverfahren zu beschleunigen. „Die Zahl der Netzanschluss-Anfragen seitens der EE-Branche zeigen: Der Markt steht bereit“, so Heinen-Esser. „Jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass aus Anfragen auch Projekte werden.“