BUND fordert Wärmeturbo
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Im Auftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg untersucht, welche Rolle Wärmenetze in der klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 spielen. Außerdem analysierten die Wissenschaftler, welche Fördermaßnahmen und Gesetze für den ökologisch tragfähigen Aus- und Umbau der Wärmenetze notwendig sind.
Das zentrale Ergebnis: Die meisten Gebäude werden zwar auch in Zukunft individuell beheizt. Die Energieszenarien gehen aber davon aus, dass die Bedeutung von Wärmenetzen in der Wärmeversorgung stark zunehmen wird. Dabei sei der Handlungsdruck massiv, denn fast drei Viertel der Wärme in den Wärmenetzen wird fossil erzeugt. Um bis 2045 klimaneutral zu werden, müssten daher alle insgesamt ca. 3800 Wärmenetze laut Wärmeplanungsgesetz vollständig mit Wärme aus erneuerbarer Energie oder unvermeidbarer Abwärme gespeist werden.
Umstieg erfordert mehr Planungssicherheit
„Damit das Heizen über Wärmenetze klimaneutral und krisensicher wird, muss jetzt in den Kommunen der Turbo beim Umstieg auf erneuerbare Energien eingelegt werden. Für diese zentrale Aufgabe braucht es bundespolitischen Rückenwind und Planungssicherheit“, fordert Tina Löffelsend, Abteilungsleiterin Klimaschutz beim BUND.
Dazu zählt aus Sicht des BUND, die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze gesetzlich abzusichern und auf mindestens 3,5 Milliarden Euro aufzustocken. Gleichzeitig müsse die Elektrifizierung erleichtert und dafür die Stromsteuer reduziert werden. Die Bundesregierung solle dafür sorgen, dass die Verbrennung wertvoller Ressourcen zum Beispiel durch gesetzliche Obergrenzen auf ein Minimum begrenzt wird.
„Die Wissenschaft ist sich einig: Der Großteil der Energie in Wärmenetzen soll zukünftig über Großwärmepumpen, Geo- und Solarthermie bereitgestellt werden. Außerdem setzen alle Szenarien darauf, dass der Energieverbrauch bis 2045 deutlich sinkt. Energiequellen, die nur eingeschränkt nachhaltig verfügbar sind, wie Wasserstoff, Biomethan, Holz und Abwärme, sollen eine Nebenrolle spielen“, ergänzt Irmela Benz Colaço, Leiterin Wohn- und Gebäudepolitik.
Studie: Dekarbonisierung von Wärmenetzen
















