Forschungsprojekte zur Wärmewende gestartet

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17.07.2026 Aus der Redaktion
Iris Krampitz Iris Krampitz E-mail Journalistin
Forschungsprojekte zur Wärmewende gestartet

Die Universität Duisburg-Essen (UDE) erforscht, wie überschüssige Wärme aus erneuerbaren Energien über Monate gespeichert und in Fern- und Nahwärmenetze eingespeist werden kann. Die Projekte HANSE, LEEZE und BISAM werden im 8. Energieforschungsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. Es unterstützt die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung mit dem Fokus auf einer klimaneutralen Wärme- und Kälteversorgung.

„Saisonale Wärmespeicher können eine Schlüsselrolle für die Wärmewende in urbanen Räumen spielen. Mit unseren Projekten schaffen wir die wissenschaftliche Grundlage, damit Kommunen, Stadtwerke und Energieversorger diese Potenziale künftig sicher und wirtschaftlich nutzen können“, erklärt Projektleiter Christian Thommessen vom Lehrstuhl Energietechnik der UDE.

Projekte in Lübeck, Münster und Hückelhoven

Im Projekt HANSE untersuchen die Forschenden gemeinsam mit den Stadtwerken Lübeck und dem Ingenieurbüro Ramboll, ob ein saisonaler Erdbeckenwärmespeicher im Lübecker Stadtgebiet realisierbar ist. Der Speicher soll überschüssige Wärme aus Solarthermie, Abwasser- und Flusswasser-Wärmepumpen im Sommer speichern, damit sie im Winter nutzbar ist.

Wie saisonale Wärmespeicher in Städten mit hohem Grundwasserspiegel umgesetzt werden können, untersuchen die Forscher im Projekt LEEZE. Es wird gemeinsam mit den Stadtwerken Münster und dem Ingenieurbüro Ramboll durchgeführt. Mit Standortanalysen und umfangreichen Wärmenetzsimulationen entwickelt das Konsortium einen Kriterienkatalog.

Im Projekt BISAM will das UDE gemeinsam mit dem Unternehmen WEP Wärme-, Energie- und Prozesstechnik sowie dem Bauingenieurbüro W+G eine ehemalige Kohlenwäscheanlage in Hückelhoven zu einem saisonalen Wärmespeicher umbauen. Die Forschenden analysieren u.a., ob das Bauwerk, das nah am Fernwärmenetz liegt, bautechnisch als Wärmespeicher genutzt werden und in das Wärmenetz integriert werden kann. Gelingt die Umsetzung, könnte BISAM nach Einschätzung der Forscher „ein wegweisendes Modell für die Wärmewende in ehemaligen Bergbau- und Industrieregionen“ werden.

Blaupausen entwickeln

„Wir wollen gemeinsam mit unseren Projektpartnern zeigen, wie saisonale Wärmespeicher Wärmenetze klimafreundlich und wirtschaftlich fit für die Zukunft machen können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen der gesamten Wärmebranche als Orientierung für eigene Projekte dienen“, sagt Christian Thommessen. Weitere Informationen: https://www.uni-due.de/2026-06-18-ude-startet-drei-forschungsprojekte-zur-waermewende