KfW Research: Großspeicher glätten Strompreise
Zurück
Das Kompetenzzentrum KfW Research hat untersucht, inwiefern Batteriespeicher die Strompreise beeinflussen. Die Analyse zeigt, dass Großspeicher Börsenstrompreise glätten können. Um das Potenzial voll entfalten zu können, sollten Netzanschlussverfahren beschleunigt und lokale Engpässe bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden.
Das volkswirtschaftliche Kompetenzzentrum der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW Research hat die Preisentwicklung und die Ausbaudynamik von Batteriespeichern und ihre Auswirkung auf die Börsenstrompreise untersucht. Die Analyse zeigt, dass die Preise von Lithium-Ionen-Zellen seit 1991 um 99 Prozent gesunken sind, was nach Ansicht der Autoren Hendrik Moritz und Dr. Johannes Rode an Skaleneffekten und Effizienzsteigerungen liegt.
Vor allem die stark gestiegene Nachfrage nach Elektroautos habe die Skalierung begünstigt. Die in Deutschland installierte Batteriespeicherleistung habe sich innerhalb von fünf Jahren mehr als verachtfacht und lag Anfang Juni dieses Jahres bei 19 gigawatt. Dabei machen Heimspeicher den Großteil der installierten Speichersysteme aus.
Weil Heimspeicher insbesondere den solaren Eigenverbrauch steigern und die Stromkosten ihrer Betreiber senken, wirkt sich ihr Ausbau aber kaum auf die Börsenstrompreise aus. Ganz anders sieht das bei Großbatteriespeichern aus, die hinter dem Stromzähler aktiv sind: Die Analyse zeigt, dass Strompreiszonen mit einer hohen Dichte von Großbatteriespeichern die Börsenstrompreise glätten.
Laut KfW-Analyse wird in Deutschland etwa ein Viertel der Speicherkapazität für die Arbitrage genutzt. Bei diesem Konzept speichern die Großspeicher zu Zeiten niedrigerer Börsenstrompreise ein und stellen den Strom zu Zeiten hoher Preise wieder bereit. Dabei ist der Intraday-Markt nach Ansicht der Autoren für Speicher besonders attraktiv. Hier werden kurzfristige Entwicklungen stärker eingepreist als am Day-Ahead-Markt, wo man den Strom für die Lieferung am nächsten Tag handelt.
Strommarktdesign anpassen
Die Autoren bemängeln, dass der netzdienliche Ausbau und der Betrieb von Batteriespeichern hierzulande durch komplexe Netzanschlussverfahren und einheitliche Börsenstrompreise gebremst wird: „Solange der einheitliche Börsenstrompreis lokale Knappheiten nicht abbildet, bleiben Netzengpässe für Speicher unsichtbar.“ Dynamische Netzentgelte, die räumliche und zeitliche Engpässe preislich abbilden, könnten das Laden und Entladen der Speicher dorthin lenken, wo sie das Netz entlasten.
Die Bundesnetzagentur arbeitet daran: Mit ihrer Reform zur Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) will sie Anreize für ein netzorientiertes Verhalten schaffen. Mit ihrem Festlegungsverfahren zur Marktintegration von Speichern und Ladepunkten (MiSpeL) will die Behörde Flexibilitätspotenziale von Stromspeichern und Ladepunkten aktiv nutzen. Die KfW-Autoren loben die geplanten Änderungen der Bundesnetzagentur. „Werden Marktdesign und Netz entsprechend weiterentwickelt, können Batteriespeicher ihre Rolle als Hebel der Energiewende voll entfalten.“


















