Fraunhofer-Studie: Gasnetze spätestens 2045 großflächig stillgelegt
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Der Bundestag hat am 10. Juli das Gebäudemodernisierungsgesetz beschlossen. Es erlaubt den Einbau neuer Öl- und Gasheizungen weiterhin unbegrenzt, sofern ab 2029 biogene Kraftstoffe beigemischt werden. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) zeigt, dass auch unter dem neuen Gesetz Gasnetze in Wohngebieten spätestens 2045 großflächig stillgelegt werden müssen, weil sie nicht mehr wettbewerbsfähig sind.
Das Fraunhofer IFAM hat in einer im Auftrag des Umweltinstituts München und des Projekts GasWende durchgeführten Studie die Gaskosten pro Haushalt je nach verbleibender Auslastung des Gasnetzes berechnet. Die Analyse ergab, dass Energieversorger spätestens 2045 keine wettbewerbsfähigen Gaspreise mehr anbieten können, weil die Nachfrage durch den Umstieg auf Wärmepumpen und Wärmenetze sinken wird. Die verbleibenden Haushalte müssten nach den Berechnungen des Instituts hohe Kosten für den Betrieb der Gasnetze schultern. Bis 2045 könnten die Mehrkosten durch steigende Netzentgelte für einen typischen 3-Personen-Haushalt 3.000 bis 4.000 Euro pro Jahr erreichen.
Mit schrittweiser Stilllegung hohe Kosten sparen
Die Studienautoren gehen davon aus, dass die Energieversorger ihre Netze wegen der mangelnden Nachfrage nicht mehr finanzieren können und sie voraussichtlich spätestens 2045 stilllegen werden. Die Beimischung von Biogas könne das nicht verhindern und sorge neben den steigenden Netzgebühren für zusätzliche Kosten. Die Stilllegung der Gasnetze, wie sie derzeit bereits von vielen Netzbetreibern und Städten geplant werde, sei daher die richtige Strategie.
Schon im Dezember 2025 hatte das Fraunhofer IFAM ermittelt, dass eine frühzeitig geplante und schrittweise Stilllegung der Gasnetze hohe Kosten sparen kann. Die neuen Berechnungen würden diese Ergebnisse nach Ansicht der Autoren nun bestätigen.

















