Heizspiegel 2026: Wärmepumpen mit niedrigsten Heizkosten – Öl wird deutlich teurer
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Die Heizkosten in Deutschland sind 2025 bei vielen Energieträgern wieder gestiegen. Besonders teuer waren Erdgas, Heizöl und Fernwärme. Wärmepumpen weisen im neuen Heizspiegel 2026 dagegen die niedrigsten durchschnittlichen Heizkosten auf. Für das laufende Jahr erwartet co2online vor allem beim Heizöl einen deutlichen Preissprung. Langfristig könnten fossile Heizungen noch stärker unter Kostendruck geraten.
Für den Heizspiegel für Deutschland 2026 hat die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online die Daten von rund 67.000 Haushalten in Deutschland ausgewertet. Die Zahlen beziehen sich auf das Abrechnungsjahr 2025. Gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund berechnet co2online daraus Vergleichswerte für verschiedene Gebäudegrößen und Heizsysteme.
Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern lagen die jährlichen Heizkosten einer Wärmepumpe 2025 demnach bei 1.260 Euro. Für eine Gasheizung waren es im Durchschnitt 2.040 Euro, ebenso viel bei Fernwärme. Bei Heizöl lagen die Kosten bei 2.145 Euro. Eine Pelletheizung kam auf durchschnittlich 1.415 Euro.
Damit war die Wärmepumpe innerhalb der untersuchten Kategorien im Durchschnitt das Heizsystem mit den niedrigsten laufenden Heizkosten. Gegenüber Gas und Fernwärme betrug der Unterschied im Beispielhaus rund 780 Euro im Jahr, gegenüber Heizöl rund 885 Euro.
Öl könnte 2026 besonders teuer werden
Auch zwischen 2024 und 2025 entwickelten sich die Kosten je nach Heizsystem sehr unterschiedlich. Bei Gas stiegen die Heizkosten eines durchschnittlichen Einfamilienhauses laut Heizspiegel um 15 Prozent. Pelletheizungen verteuerten sich sogar um 24 Prozent. Bei Wärmepumpen lag der Anstieg bei 5 Prozent, bei Fernwärme bei 3 Prozent. Heizöl blieb mit einem Plus von 1 Prozent weitgehend stabil.
Für 2026 verschiebt sich das Bild erneut. Besonders auffällig ist die Prognose für Heizöl: co2online rechnet bei einem Einfamilienhaus mit durchschnittlichen Kosten von 2.745 Euro. Das wären 28 Prozent mehr als 2025.
Auch Pelletheizungen könnten mit prognostizierten 1.740 Euro rund 23 Prozent teurer werden. Für Fernwärme erwartet co2online dagegen nur einen leichten Anstieg auf 2.055 Euro. Bei Wärmepumpen sollen die Kosten um etwa 3 Prozent auf 1.300 Euro steigen.
Bei Erdgas wird für 2026 zunächst sogar ein Rückgang um 5 Prozent auf 1.930 Euro erwartet. Ein Grund dafür ist der Wegfall der Gasspeicherumlage. co2online weist allerdings darauf hin, dass höhere Großhandelspreise mit Verzögerung bei den Verbrauchern ankommen könnten und die Gaspreise dadurch Ende 2026 oder im Jahr 2027 wieder steigen könnten.
Wärmepumpe verbraucht weniger zugekaufte Energie
Die Unterschiede zeigen sich auch beim Energieverbrauch. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit Wärmepumpe weist der Heizspiegel einen Stromverbrauch von 4.680 Kilowattstunden im Jahr aus. Der durchschnittliche Wärmepumpenstrompreis lag bei 26,2 Cent pro Kilowattstunde.
Bei Gas wurden dagegen 16.510 Kilowattstunden, bei Fernwärme 12.480 Kilowattstunden und bei Heizöl 22.880 Kilowattstunden ausgewiesen. Dabei handelt es sich allerdings um unterschiedliche Formen von Endenergie. Eine Wärmepumpe nutzt zusätzlich Umweltwärme und erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme. Ein direkter Vergleich allein anhand der Kilowattstunden ist daher nicht sinnvoll.
Auch bei Wärmepumpen sind die Unterschiede zwischen einzelnen Gebäuden erheblich. Für ein 130 Quadratmeter großes Einfamilienhaus reicht die im Heizspiegel ausgewiesene Kostenspanne von 665 Euro bei niedrigem Verbrauch bis zu 2.680 Euro bei erhöhtem Verbrauch. Entscheidend sind unter anderem der energetische Zustand des Hauses, die Auslegung der Anlage und ihre Effizienz. co2online empfiehlt eine Überprüfung, wenn aus einer Kilowattstunde Strom nicht mindestens das 2,5-Fache an Wärme gewonnen wird.
Kein vollständiger Kostenvergleich der Heizsysteme
Die Zahlen bedeuten deshalb nicht automatisch, dass eine Wärmepumpe in jedem einzelnen Gebäude um mehrere hundert Euro günstiger arbeitet als eine Gas- oder Ölheizung. Der Heizspiegel vergleicht reale Verbrauchsdaten unterschiedlicher Gebäude und keine identischen Häuser, in denen lediglich das Heizsystem ausgetauscht wurde.
co2online weist in der eigenen Methodik ausdrücklich darauf hin, dass der Heizspiegel keinen Vollkostenvergleich der verschiedenen Heizsysteme ermöglicht. Investitionskosten für eine neue Heizung und weitere individuelle Faktoren werden in den Heizkostenwerten nicht berücksichtigt. Die Zahlen sollen Haushalten vor allem ermöglichen, ihren eigenen Verbrauch mit ähnlichen Gebäuden zu vergleichen.
Fossile Heizkosten könnten sich bis 2045 mehr als verdoppeln
Interessant ist deshalb vor allem die langfristige Kostenentwicklung. Nach einer Prognose von co2online könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Als Gründe nennt die Organisation steigende CO₂-Kosten, höhere Netzentgelte sowie steigende Anforderungen an den Anteil erneuerbarer Brennstoffe. Für Wärmepumpen erwartet co2online dagegen einen deutlich langsameren Kostenanstieg.
Gleichzeitig sieht der Heizspiegel bei einem großen Teil der Gebäude unabhängig vom Heizsystem noch Einsparpotenzial. Rund 90 Prozent der untersuchten Haushalte könnten ihre Heizkosten reduzieren. Für ein Einfamilienhaus beziffert co2online das durchschnittliche mögliche Einsparpotenzial auf rund 1.000 Euro pro Jahr. Neben dem Heizungstausch können dazu auch eine bessere Einstellung der bestehenden Anlage, ein hydraulischer Abgleich, Dämmmaßnahmen sowie Änderungen beim Heiz- und Warmwasserverbrauch beitragen.


















