Was unter den Modulen liegt

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27.10.2026 Kolumne
Markus Veldmann Vertriebsleiter/Prokurist bei EKV-NORD
Was unter den Modulen liegt

Auf Messen bleiben die Leute vor den Modulen stehen. Vor den Speichern, den Wechselrichtern, den Wallboxen. Am Stand mit Schienen und Dachhaken gehen viele eher schnell weiter. Kann ich verstehen, ein Dachhaken ist kein Hingucker. Trotzdem hängt an ihm die ganze Anlage, und zwar für die nächsten 25 oder 30 Jahre.

Ich beschäftige mich seit über zehn Jahren mit Montagesystemen. In der Zeit habe ich einige Anlagen erlebt, die am Rechner einwandfrei aussahen und auf dem Dach trotzdem Ärger gemacht haben.

Vor einiger Zeit rief mich ein Installateur direkt von einer Baustelle an. Einfamilienhaus, Tonziegel, eigentlich Routine. Geplant war mit aktuellen, großformatigen Modulen, die Statik war gerechnet, das Material lag bereit. Beim Setzen der Dachhaken fiel dem Monteur auf, dass etwas nicht passte. Die Haken können auf einem Ziegeldach nur in bestimmten Reihen sitzen, der Schienenabstand ist also nicht beliebig. Die Planung hatte einfach die nächstliegende Reihe genommen. Damit hätten die Modulklemmen ein paar Zentimeter außerhalb des Bereichs gesessen, den der Modulhersteller freigibt. Bemerkt hat das erst der Monteur, als er mit dem Zollstock nachgemessen hat. Wir haben gemeinsam umgeplant, ein paar zusätzliche Haken wurden nachgeliefert, am nächsten Tag ging es weiter. Den halben Tag hat dem Betrieb natürlich niemand bezahlt.

So etwas passiert öfter, als man denkt. Bei manchen aktuellen Modultypen sind die freigegebenen Klemmbereiche deutlich anders oder enger als bei älteren Modellen. Wer aus Gewohnheit plant, liegt da schnell daneben. Eine korrekte Statik nützt wenig, wenn das Modul am Ende an der falschen Stelle gehalten wird. Spätestens im Schadensfall schaut der Modulhersteller sehr genau hin, wo geklemmt wurde.

Dann der Preis. Montagesysteme werden gern pro Kilowattpeak verglichen, bis auf die Kommastelle. Was seltener jemand ausrechnet: Wie lange braucht ein Team auf dem Dach? Wenn Schienen gekürzt, Teile nachbestellt oder Lösungen improvisiert werden müssen, ist der Preisvorteil schnell aufgebraucht. Bei dem Fachkräftemangel im Handwerk ist Zeit auf dem Dach ohnehin das Knappste, was ein Betrieb hat.

Viele sinnvolle Verbesserungen an Montagesystemen gehen übrigens auf Monteure zurück. Die stehen morgens um sieben auf einem nassen Dach und merken sofort, wenn sich ein Kleinteil mit Arbeitshandschuhen kaum greifen lässt. Ich würde mir wünschen, dass Hersteller, Planer und Großhandel da öfter zuhören. Das schließt meine eigene Seite ausdrücklich ein.

Ich will Modulen und Speichern ihre Bühne gar nicht streitig machen. Aber eine PV-Anlage ist ein Gesamtsystem, und ein Teil davon liegt eben unter den Modulen. Darüber muss man nicht stundenlang reden. Etwas öfter als bisher wäre aber gut.