574 Gigawatt Batteriespeicher angefragt – nur ein Bruchteil erhält Netzanschlusszusage

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01.09.2026 Aus der Redaktion
Gijs de Koning Gijs de Koning E-mail Hoofdredacteur
574 Gigawatt Batteriespeicher angefragt – nur ein Bruchteil erhält Netzanschlusszusage

Das Interesse an großen Batteriespeichern in Deutschland wächst rasant. Im Jahr 2025 gingen bei den deutschen Netzbetreibern 18.158 Anfragen für den Anschluss von Batteriespeichern ein. Dahinter standen insgesamt 573,5 Gigawatt Leistung und rund 1.583 Gigawattstunden Speicherkapazität. Allerdings dürfte nur ein Bruchteil dieser Projekte tatsächlich realisiert werden.

Die Zahl der Netzanschlussbegehren stieg gegenüber 2024 um 194 Prozent. Die beantragte Leistung nahm um 43 Prozent zu, während sich die angefragte Speicherkapazität mit einem Plus von 139 Prozent mehr als verdoppelte. Das geht aus neuen Monitoring-Daten der Bundesnetzagentur hervor, die auf der Transparenzplattform SMARD veröffentlicht wurden.

Die Zahlen entsprechen allerdings nicht 573,5 Gigawatt tatsächlich geplanter neuer Speicherkapazität. Projektentwickler reichen dasselbe Vorhaben teilweise für mehrere mögliche Standorte ein, um die Chance auf einen Netzanschluss zu erhöhen. Erhält ein Projekt mehrere Zusagen, wird normalerweise nur einer der Standorte umgesetzt. Die Bundesnetzagentur will ihre Datenerfassung künftig weiter differenzieren.

Ein realistischeres Bild der Projektpipeline liefern deshalb die Netzanschlusszusagen. Insgesamt erteilten die Netzbetreiber 2025 für 1.937 Batteriespeicherprojekte eine Zusage. Darunter befinden sich auch Anträge aus vorherigen Jahren. Zusammengenommen entsprechen diese Projekte einer Leistung von 54,2 Gigawatt und einer Speicherkapazität von 142,4 Gigawattstunden. Gegenüber 2024 stieg die zugesagte Leistung damit um 119 Prozent und die Speicherkapazität um 207 Prozent.

Von den 18.158 Anfragen, die tatsächlich 2025 eingereicht wurden, erhielten im selben Jahr 1.468 eine Zusage. Diese Projekte kamen zusammen auf 33,9 Gigawatt Leistung und 98,8 Gigawattstunden Speicherkapazität. Besonders groß ist die Differenz im Verteilernetz: Dort wurden lediglich acht Prozent der Anfragen positiv beantwortet. Sie repräsentierten rund vier Prozent der insgesamt beantragten Leistung.

Zum Vergleich: Derzeit sind laut Marktstammdatenregister 1.292 Batteriespeicher ab der Mittelspannungsebene in Betrieb. Gemeinsam verfügen sie über rund 3,6 Gigawatt Leistung und etwa 6 Gigawattstunden Speicherkapazität. Selbst wenn nur ein Teil der bereits zugesagten Projekte umgesetzt wird, könnte der deutsche Großspeichermarkt damit deutlich wachsen.

Auch 2026 setzt sich diese Entwicklung fort. Bis zum 1. April hatten allein die Übertragungsnetzbetreiber bereits 64 Netzanschlusszusagen mit 24,7 Gigawatt Leistung und 55,4 Gigawattstunden Speicherkapazität erteilt. Damit lag das zugesagte Volumen nach wenigen Monaten bereits nahe am Niveau des gesamten Vorjahres.