EEG-Novelle: Agora Energiewende fordert längere Übergangsfrist
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Tritt das EEG 2027 wie geplant in Kraft, erhalten private Haushalte mit PV-Anlagen bis 25 Kilowatt Leistung künftig keine garantierte Einspeisevergütung mehr. Sie können ihren Strom dann entweder vermarkten oder komplett selbst verbrauchen. Die Wirtschaftlichkeit für PV-Dachanlagen wird dadurch deutlich sinken. Der Thinktank Agora Energiewende hat verschiedene Vergütungsmechanismen analysiert und Vorschläge für die Verhinderung eines Markteinbruchs veröffentlicht.
In seiner Analyse „Vom Hausdach in den Strommarkt – Wirtschaftlichkeit und Marktintegration von PV-Kleinanlagen“ hat der Thinktank Agora Energiewende die jährlichen Stromkosten für unterschiedliche Verbrauchertypen in vier Varianten aus Bezugsstrompreis und Vergütungsmechanismus untersucht: Status quo mit fixer Einspeisevergütung, ungeförderte heutige Direktvermarktungsangebote, die Nulleinspeisung sowie eine dynamische Einspeisevergütung in Kombination mit einem dynamischen Stromtarif. Als Referenz hat Agora Energiewende die Stromkosten des jeweiligen Haushalts ohne PV-Anlage mit fixem Stromtarif und fixen Netzentgelten herangezogen.
Markteinbruch verhindern
Die Analyse ergab, dass ein Markteinbruch droht, wenn die feste EEG-Förderung gestrichen oder durch Direktvermarktung oder Nulleinspeisung ersetzt wird. Für einen Vier-Personen-Haushalt könnten die jährlichen Kosten eines PV-Batteriesystems nach Angaben der Autoren um 277 Euro pro Jahr steigen, wodurch sich die Investition nicht mehr lohnen würde.
Der Thinktank fordert einen Übergang bis Ende 2030, um kleine PV-Batteriesysteme erfolgreich in die Direktvermarktung zu überführen. „Die Dienstleistungs- und Transaktionskosten müssen noch deutlich sinken – von heute rund 140 auf etwa 50 Euro im Jahr. Erforderlich sind eine standardisierte Marktkommunikation, digitalisierte Prozesse sowie eine verbindliche Verpflichtung – mit Sanktionsmechanismus – der Verteilnetzbetreiber, die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen“, so ein Kernergebnis der Studie. Wird die fixe Einspeisevergütung um vier Jahre verlängert, könnte ein Markteinbruch verhindert werden. Die zusätzlichen Förderkosten würden im Jahr 2030 rund 160 Millionen Euro betragen.
Gebäude- und Verkehrssektor elektrifizieren
Damit möglichst alle von günstigen Energiekosten profitieren können, fordert der Thinktank außerdem eine konsequente Elektrifizierung im Gebäude- und Verkehrssektor und eine gezielte Förderung einkommensschwacher Haushalte. Laut Studie senkt ein PV-Batteriesystem mit Wärmepumpe und E-Auto die Energiekosten gegenüber konventionellen Technologien um ein Drittel. Davon sollten auch einkommensschwache Haushalte profitieren können.
Direktvermarktung vereinfachen
„Kleine PV-Dachanlagen stehen an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit. Doch die vom Gesetzgeber vorgesehene Direktvermarktung ist derzeit noch komplex und teuer für Privathaushalte“, sagt Julia Bläsius, Direktorin von Agora Energiewende Deutschland. „Die Bundesregierung kann die EEG-Novelle jetzt nutzen, um die Marktintegration kleiner PV-Dachanlagen gut vorzubereiten. Wichtig dafür ist, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu machen: Erst mal müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, dann können sich wirtschaftlich attraktive Angebote bilden.“
Zu diesen Voraussetzungen gehören laut Agora standardisierte digitale Schnittstellen zwischen Anlagen und Strommarkt und der flächendeckende Ausbau von Smart-Metern. Um das zu schaffen, brauche es auch klare Umsetzungsfristen für Netzbetreiber.

















