Fraunhofer-Simulation: Mit Batteriespeichern 1,2 Milliarden Euro einsparen

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29.09.2026 Aus der Redaktion
Iris Krampitz Iris Krampitz E-mail Journalistin
Fraunhofer-Simulation: Mit Batteriespeichern 1,2 Milliarden Euro einsparen

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat auf Basis realer Kauf- und Verkaufsangebote am Day-Ahead-Strommarkt die Einsparpotenziale von Batteriespeichern simuliert. Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) und der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) haben die Ergebnisse am 28. September in einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentiert.

Die neue Simulation des Fraunhofer ISE mit realen Daten des Jahres 2025 zeigt, dass Batteriespeicher extreme Börsenstrompreise deutlich eindämmen können. Die Jahresauswertung für zusätzliche 20 Gigawatt Batteriespeicher mit einer Speicherdauer von nur zwei Stunden ergab, dass die Zahl der Stunden mit Preisen von mehr als 200 Euro pro Megawattsunde von 169 auf 20 gesenkt werden kann. Das bedeutet einen Rückgang um rund 88 Prozent.

Die Dauer negativer Strompreise sinkt mit den zusätzlichen Speichern um rund 50 Prozent auf 271 Stunden. Der Marktwert von Solarstrom steigt dagegen um rund ein Drittel von ca. 45 auf 61 Euro pro Megawattstunde, was den EEG-Förderbedarf laut BVES um bis zu 1,2 Milliarden Euro jährlich senkt. „Die Studienergebnisse zeigen sehr konkret, wie Speicher aus einem volatilen Stromangebot ein flexibleres System machen. Wer über bezahlbaren Strom spricht, muss deshalb auch über Speicher sprechen“, sagt Urban Windelen, Geschäftsführer des BVES.

Drei Stellschrauben für mehr Flexibilität

Nach Ansicht der beiden Verbände gibt es drei Stellschrauben, um den Speicherausbau zu beschleunigen: Zum einen müsste man Großspeicher schnell und transparent an das Stromnetz anschließen können. Zweitens könne man gemeinsam mit Solar- und Windkraftanlagen den wirtschaftlichen Nutzen steigern. Drittens sollten Heimspeicher am Strommarkt teilnehmen können. Damit das gelingt, müssten u.a. der Smart-Meter-Rollout beschleunigt und bundesweit einheitliche, digitale Prozesse für die Direktvermarktung kleiner Anlagen eingeführt werden.

„Speicher und Erneuerbare sind natürliche Partner. Wenn man sie lässt, machen sie günstigen heimischen Strom jederzeit für jedermann verfügbar. Nun gilt es, dafür die Netze so auszubauen und zu ertüchtigen, dass die Netzkrise überwunden werden kann, die momentan das größte Problem der Energieversorgung ist“, kommentiert bne-Geschäftsführer Robert Busch.