Prognos-Studie: EEG, Netzpaket und AgNes bremsen Solarparks aus
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Das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos hat die Auswirkungen des EEG 2027, des Netzanschlusspakets und der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) untersucht. Die Studie zeigt, dass die geplanten Maßnahmen die Stromgestehungskosten für Wind an Land und Photovoltaik deutlich erhöhen und insbesondere den Ausbau von PV-Freiflächensystemen ausbremsen werden.
In der vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Auftrag gegebenen Studie haben die Wissenschaftler die kumulativen Auswirkungen der anstehenden regulatorischen Änderungen auf die Stromgestehungskosten neuer Wind- und PV-Anlagen in Deutschland untersucht. Mit den Ergebnissen will der BDEW einen systematischen Vergleich der regulatorisch bedingten Kosten- und Ertragseffekte für Erneuerbaren-Projekte unter einheitlichen Annahmen ermöglichen.
In die umfangreiche Analyse flossen der Redispatch-Vorbehalt und die systemdienliche Anschlussleistung aus dem Netzpaket sowie der zweiseitige Differenzvertrag, die kommunale Beteiligung und das Referenzertragsmodell aus dem geplanten EEG 2027 mit ein. Außerdem haben die Wissenschaftler bei ihrer Analyse die Kapazitätsentgelte und Baukostenzuschüsse des AgNes-Festlegungsprozesses berücksichtigt.
Solarparks benachteiligt
Das Ergebnis zeigt, dass sich die Stromgestehungskosten bei Wind an Land um bis zu 21 Prozent, bei PV-Dachanlagen um bis zu 18 Prozent und bei PV-Freiflächensystemen um bis zu 30 Prozent erhöhen. Der EEG-Höchstwert bei Wind an Land wird dadurch knapp nicht überschritten, weil Wind an Land vom Referenzertragsmodell profitiert.
Bei PV-Dachanlagen greifen im Unterschied zu Solarparks nur die netzseitigen Kostenmaßnahmen Kapazitätsentgelte, Differenzvertrag und Baukostenzuschuss, weshalb sie ebenfalls innerhalb des Höchstwerts bleiben. Für Solarparks sieht das anders aus: Sie werden zusätzlich vom Redispatch-Vorbehalt, der Kappung der Anschlusskapazität und der kommunalen Beteiligung erfasst. Ihre Kosten übersteigen den EEG-Höchstwert daher deutlich, was den weiteren Ausbau von Solarparks auch außerhalb kapazitätslimitierter Gebiete ausbremsen wird.
Höchstwert anpassen
Der BDEW fordert deshalb in seiner Stellungnahme zum EEG die Prüfung und Anhebung des Höchstwerts für PV-Freiflächenanlagen. Entscheidend sei aus Sicht des Verbandes neben einem ambitionierten Netzausbau ein kohärenter regulatorischer Rahmen, der Investitions- und Planungssicherheit schafft und Anreize für eine effiziente Nutzung knapper Netzkapazitäten setzt.
Grundsätzlich hält der Verband es zwar für sinnvoll, die jeweilige Netzsituation stärker bei der Standortwahl neuer Erzeugungsanlagen zu berücksichtigen. Voraussetzung dafür sei jedoch eine belastbare und transparente Datengrundlage sowie Instrumente, die gezielt dort Lenkungswirkung entfalten, wo tatsächlich relevante Netzengpässe bestehen.
„Entscheidend ist, dass solche Instrumente den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht unverhältnismäßig einschränken und bereits getätigte Investitionen sowie fortgeschrittene Planungen nicht nachträglich entwerten. Zugleich darf die Weiterentwicklung des Netzanschlussrechts nicht losgelöst vom notwendigen Ausbau der Netzinfrastruktur betrachtet werden. Eine effizientere Nutzung bestehender Netzkapazitäten und ein deutlich beschleunigter Netzausbau müssen daher Hand in Hand gehen“, fordert der BDEW.
















