Schutz des Ackerbodens beim Bau von Agri-PV-Anlagen nicht vernachlässigen
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Bei der Installation von Agri-PV-Anlagen wird der Boden durch die Baufahrzeuge stark verdichtet. Das wirkt sich auf die späteren Ernteerträge aus. Doch es gibt Möglichkeiten, dies zu verhindern.
Der Bau von Agri-PV-Anlagen birgt erhebliche Risiken für die Bodenstruktur – und damit auch für künftige Ernteerträge. Das zeigt eine Fallstudie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE). Studienautorin Jana Kalmbach hat den Bauprozess einer 2,4-Megawatt-Anlage wissenschaftlich begleitet. Mithilfe von GPS-Trackern an den Baufahrzeugen, Bodenuntersuchungen und Ertragsmodellierungen analysierte sie, wo und wie stark der Boden während der Installation leidet.
Baufahrzeuge drücken auf den Boden
Dabei hat sich gezeigt, dass die Hauptverkehrswege zwischen den Enden der Modulreihen und dem Lagerplatz für das Material besonders belastet waren. In diesen Bereichen wurde der Boden durch die Fahrzeuge besonders verdichtet. Dadurch sinkt die Wasserkapazität, auf die die Pflanzen später zurückgreifen können, in zehn bis 50 Zentimetern Tiefe deutlich. Eine Modellierung eines möglichen Weizenertrags auf der Fläche zeigt in den Hauptverkehrsbereichen Einbußen von 18,8 bis 20 Prozent. Auf die gesamte Fläche hochgerechnet ist das immer noch ein Minderertrag von 1,9 bis 6,4 Prozent.
Dies ist wichtig, da es für die Agri-PV Anforderungen an die Erträge gibt, die nach der Installation der Solaranlage erreicht werden müssen. Wird der Boden während des Baus zu sehr verdichtet, steigt das Risiko, dass diese landwirtschaftlichen Ertragsziele nicht erreicht werden und die Anlage nicht mehr als Agri-PV gilt.
Rekultivierung kann teuer werden
Jana Kalmbach rät deshalb, dass Projektierer den Fahrzeugverkehr aktiv steuern und Hauptverkehrsachsen konsequent schützen sollten. Dazu können Metallmatten oder Hackschnitzel eingesetzt werden. „Solche Präventionsmaßnahmen wie das Auslegen von Metallmatten zum Bodenschutz sind zwar teuer, aber die Projektierer und Investoren sollten bedenken, dass auch Rekultivierungsmaßnahmen teuer sind“, warnt Jana Kalmbach. „In Deutschland kann etwa die Bodenschutzbehörde je nach Schadensbild etwa drei Jahre Zwischenfruchtanbau, Tiefenlockerung oder Drainagesysteme verlangen.“
Disziplin auf der Baustelle
Sie rät außerdem dazu, die Bauarbeiten in möglichst trockenen Witterungsperioden durchzuführen und Raupenfahrwerke statt Fahrzeuge mit Reifen einzusetzen. Denn diese verringern den Druck auf den Boden. Entscheidend ist überdies die Disziplin auf der Baustelle. So hat sich bei der Untersuchung herausgestellt, dass die Monteure nicht die vorgegebenen Wege genutzt, sondern Abkürzungen angelegt haben. Das sollte verhindert werden. „Zäune helfen hier am besten, Absperrband allein reicht nicht aus“, betont Kalmbach. Auch eine einjährige Vorbereitung der Fläche mit Gras- oder Kleegrasbewuchs ist sinnvoll, werde aber in der Praxis selten umgesetzt, kritisiert die Forscherin.

















