Solargründächer: Studie belegt Wirtschaftlichkeit der Kombination
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Die Kombination aus Gründach und Photovoltaik wird dann wirtschaftlich, wenn alle Vorteile und Nutzen gegen die anfänglich höheren Investitionskosten aufgerechnet werden. Ab 2027 will die Stadt Hamburg die Kombination aus Gründach und Photovoltaikanlage auf Flachdächern vorschreiben. Die bereits seit 2024 bestehende Solarpflicht wird so um eine Gründachpflicht erweitert. Doch die Verpflichtung greift nur, wenn die Installation wirtschaftlich vertretbar ist. Eine vom Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) erstellte Studie liefert nun die belastbare Kalkulationsgrundlage für die Rechtsverordnung. Vorgestellt wurde sie von Gerhard Stryi-Hipp (Fraunhofer ISE) und Evelyn Trachsel (BuGG/ZHAW) auf dem Weltkongress Gebäudegrün.
Monetärer Nutzen des Gründachs
Zunächst haben die Forscher den monetären Wert der Vorteile von Gründächern allgemein quantifiziert. Schließlich bleibt unter dem Gründach die Dachabdichtung länger haltbar. Das reduziert die Investitionskosten der Abdichtung. Dazu kommen noch Einsparungen für die Kosten der Regenwasserversickerung. Hier senkt Hamburg die Niederschlagswassergebühr pro Jahr um 55 Prozent auf 43 Cent pro Quadratmeter. Außerdem sind Gebäude mit Gründächern besser isoliert, was zu Einsparungen bei den Heizkosten und der Kühlung führt. Zusätzlich haben die Forscher noch eingesparte Gesundheitskosten durch Feinstaubfilterung eingerechnet.
Vorteile monetarisiert
Doch das Gründach hat auch Vorteile für die Solaranlage. Denn durch die Verdunstung des im Gründach gespeicherten Wassers werden die Module gekühlt und liefern so mehr Erträge. Die Forscher beziffern diese mit vier Prozent. Andere Studien gehen von geringeren Ertragssteigerungen aus. Da der Kühleffekt auf der Verdunstung von Wasser beruht, wird in trockeneren Regionen die Ertragssteigerung regelmäßig geringer ausfallen als in Städten, in denen es mehr regnet.
Besonderes Gewicht hat die Immobilienwertsteigerung. „Wir haben hier einen eher konservativen Wert von 2,40 Euro pro Quadratmeter Gründach angesetzt“, sagt Evelyn Trachsel. „Allerdings ist nicht jedes Gebäude gleich. So kann dieser Wert auch auf bis zu 4,80 Euro pro Quadratmeter steigen.“ Sie verweist darauf, dass auch Vorteile eingerechnet werden müssen, die nicht monetarisierbar sind, wie der Kühleffekt in Städten und die steigende Biodiversität.
Hersteller nach Kosten befragt
Diese Vorteile müssen gegen die Kosten gerechnet werden. Eine Herstellerbefragung hat ergeben, dass ein extensives Gründach je nach Größe zwischen 40 und 60 Euro pro Quadratmeter kostet – jeweils ohne Abdichtung. Dazu kommen noch die zusätzlichen Wartungskosten, die beim Gründach höher sind als bei einem Schwarzdach mit Bitumeneindeckung. Solargründächer hingegen schlagen zusätzlich zur Abdichtung mit 160 bis 180 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Die Photovoltaikanlage verdient aber Geld – durch die Vergütung des eingespeisten Stroms oder durch die Einsparungen aufgrund des Verbrauchs des Sonnenstroms vor Ort.
Einsparungen übersteigen die Kosten
Im Ergebnis ist schon das Gründach wirtschaftlich im Vergleich zu einem Schwarzdach. „Denn aufs Jahr gerechnete Kosten von 3,80 Euro pro Quadratmeter stehen Einsparungen von 5,42 Euro pro Quadratmeter gegenüber“, sagt Gerhard Stryi-Hipp. „Die Gründächer sind an sich schon wirtschaftlicher für die Investoren, sowohl zum Zeitpunkt der Investition, als auch über die Lebensdauer. Das gilt umso mehr für die Kombination des Gründachs mit der Solaranlage.“

















