Solarkonjunktur wegen Vorzieheffekten
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Nach einem schwachen Auftakt im ersten Quartal ist die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen im April gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 40 Prozent gestiegen, wie eine Auswertung des Marktstammdatenregisters vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) ergab. Der Verband rechnet damit, dass sich der Trend wegen der erwarteten Einschnitte durch das EEG 2027 in den kommenden Monaten verstärken wird. Sustainable Media 365 hat mit Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig über die Auswirkungen des Gesetzentwurfs gesprochen.
Von Januar bis Ende April dieses Jahres wurden auf den Dächern privater Häuser neue Solaranlagen mit einer Leistung von insgesamt 1,24 Gigawattpeak gebaut, wie der BSW-Solar anhand einer Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur ermittelt hat. Das waren 16 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Trend ging im April allerdings wieder aufwärts: Im Heimsegment wurden im April 0,33 Gigawattpeak Leistung installiert, was rund vier Prozent über dem Zubau im Vorjahresmonat liegt. Rechnet man Gewerbedächer, PV-Freiflächenanlagen und Steckersolargeräte dazu, betrug der Zubau im April rund 1,21 Gigawattpeak gegenüber 0,86 Gigawattpeak im Vorjahresmonat, was einer Steigerung von rund 40 Prozent entspricht.
Weil die Registrierungsfrist für neue PV-Anlagen mit Inbetriebnahme im Mai 2026 bis Ende Juni läuft, kann der Verband nach eigenen Angaben derzeit noch keine belastbaren Aussagen zum PV-Zubau im Mai und Juni treffen. Der aktuelle Trend lässt sich aber auch am Feedback der Solarunternehmen ablesen, zumal ja auch einige Wochen von der Auftragsvergabe bis zur Inbetriebnahme vergehen. Ihre Aussagen deuten auf eine deutliche Steigerung des Zubaus hin: „Aus der Mitgliedschaft hören wir von einer spürbaren Belebung der Nachfrage nach Solarstromanlagen aufgrund der Ankündigung der Ministerin zur Abschaffung der Solarförderung, die sich aber vermutlich erst in einigen Wochen in den Meldedaten der Bundesnetzagentur niederschlagen wird“, sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Verbands gegenüber Sustainable Media.
BSW fordert Nachbesserungen beim EEG 2027
Den neuen Gesetzentwurf sieht Körnig kritisch: „Ein solares Strohfeuer infolge von Vorzieheffekten kommt einer Henkersmahlzeit gleich. Dies ersetzt keinen attraktiven Förderrahmen in den Folgejahren. Gemeinsam mit einer überwältigenden Bevölkerungsmehrheit hoffen wir darauf, dass die Reiche-Pläne zur Förderstreichung spätestens vom Bundestag kassiert bzw. deutlich nachgebessert werden. Andernfalls wird die Solarnachfrage bei Privathaushalten nach Inkrafttreten des Gesetzes massiv einbrechen. Neue Solardächer werden sich dann nur noch in Ausnahmefällen rechnen.“
Bevölkerung will Gebäude-PV
Dass die Bevölkerung private Solarstromanlagen will, hat eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag des BSW-Solar mit 2.248 Befragten im März 2026 bestätigt: 81 Prozent der Befragten stimmten einer Fortsetzung der Förderung von Gebäude-Photovoltaikanlagen zu.
Eine Ende Mai von E.ON veröffentlichte Statista-Umfrage unter 2.000 Hausbesitzern ergab sogar, dass sich rund drei Viertel der Photovoltaik-Planer die Anschaffung einer PV-Anlage auch ohne EEG-Vergütung vorstellen können. Nur vier Prozent wollen die Investition dann sicher nicht tätigen, zehn Prozent eher nicht, zwölf Prozent sind unentschieden. „Diese Umfrage-Zahlen zeigen: Die Menschen wollen die private Energiewende und treiben sie aktiv voran – das spiegelt sich auch im starken Anstieg der Kundenanfragen in unserem Unternehmen wider“, sagte Filip Thon, CEO von E.ON Energie Deutschland.
Lesen Sie hier, welche wirtschaftlichen Einbußen das EEG 2027 für private PV-Anlagenbetreiber bedeutet:

















