Solar+ statt Stillstand: Warum Europas Energiezukunft jetzt von Photovoltaik und Speichern abhäng
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Der neue Report von SolarPower Europe zeigt: Die EU droht ihre Energie- und Klimaziele für 2030 zu verfehlen, obwohl die Technologien für eine erfolgreiche Energiewende verfügbar sind. Der Bericht „Solar+: An EU pathway to achieve renewable targets, price affordability, and energy security“ macht deutlich, dass ein beschleunigter Ausbau von Photovoltaik, Batteriespeichern und Elektrifizierung klimatisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Im Mittelpunkt der Analyse steht der Vergleich zweier Entwicklungen bis 2030: ein Business-as-usual-Szenario ohne zusätzliche Maßnahmen und das ambitioniertere Solar+-Szenario. Letzteres setzt konsequent auf Solarenergie und Speichertechnologien als zentrale Bausteine eines modernen Energiesystems. Laut dem von Rystad Energy modellierten Report bieten Solarenergie und Batteriespeicher den schnellsten und kostengünstigsten Weg, Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und bezahlbare Energie miteinander zu verbinden.
Während im Basisszenario erneuerbare Energien rund 62 Prozent des europäischen Strombedarfs decken, steigt ihr Anteil im Solar+-Szenario auf fast 70 Prozent. Besonders Solarenergie übernimmt eine Schlüsselrolle: Bis 2030 könnte Photovoltaik mehr als 26 Prozent des EU-Strombedarfs liefern.
Batteriespeicher werden zum entscheidenden Erfolgsfaktor
Mit den richtigen Rahmenbedingungen und ausreichender Systemflexibilität biete Solarenergie das mit Abstand größte Potenzial, die Dekarbonisierung des EU-Energiesektors in diesem Jahrzehnt zu beschleunigen – ergänzt durch den raschen Ausbau der Batteriespeicherkapazität. Dieser erreicht im fortschrittlicheren Solar+-Szenario bis 2030 170 Gigawatt und 600 Gigawattstunden.
Besonders relevant sind die wirtschaftlichen Effekte. Angesichts extremer Preisschwankungen und einer übermäßigen Abhängigkeit von teuren Energieimporten bringe ein beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien entscheidende wirtschaftliche Vorteile. So senkt der Ausbau von Solarenergie die Betriebskosten des europäischen Stromsystems erheblich. Im Basisszenario reduzieren sich die jährlichen Systemkosten bis 2030 um 29 Prozent beziehungsweise 33 Milliarden Euro jährlich. Im Solar+-Szenario verdoppelt sich dieser Effekt nahezu: Die Einsparungen steigen auf 55 Milliarden Euro pro Jahr.
Verbraucher und Unternehmen profitieren direkt. Die durchschnittlichen Stromgroßhandelspreise sinken im Solar+-Szenario auf 63,40 Euro pro Megawattstunde, das sind rund 14 Prozent weniger als heute. Vor allem Länder mit hohen Strompreisen wie Deutschland oder Polen würden davon profitieren. Ursache dafür ist eine veränderte Merit-Order: Erneuerbare Energien verdrängen zunehmend fossile Kraftwerke aus der preisbestimmenden Rolle.
Weniger fossile Importe, mehr Energiesicherheit
Hinzu kommt ein geopolitischer Faktor. Durch den Ausbau von Photovoltaik reduziert sich die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen deutlich. Durch den Ersatz importierter fossiler Brennstoffe durch im Inland erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien erzielt die Photovoltaik bereits jetzt erhebliche Einsparungen: In den zwei Monaten seit Beginn des Nahostkrieges wurden durch Solarenergie 8,5 Milliarden Euro an Gasimporten eingespart. Bei ambitionierteren Klimazielen könnten diese Einsparungen bis 2030 jährlich 50 Milliarden Euro übersteigen. Angesichts der Tatsache, dass viele politische Entscheidungsträger mittelfristig weiterhin auf fossile Brennstoffe setzten, sei Solar+ nicht nur eine Lösung für den Klimaschutz, sondern auch eine wirtschaftliche und strategische Notwendigkeit für die EU. Bereits 2025 spart Solarenergie laut Report rund 27 Milliarden Euro an Gasimporten ein. Bis 2030 könnten die jährlichen Einsparungen im Solar+-Szenario auf mehr als 53 Milliarden Euro steigen. Insgesamt würde Europa zwischen 2026 und 2030 rund 223 Milliarden Euro an Gasimporten vermeiden.
Damit das gelingt, fordern die Autoren entschlossene politische Maßnahmen. Die größten Hürden seien heute vor allem regulatorischer Natur. Notwendig seien eine europäische Flexibilitätsstrategie, ein Aktionsplan für Batteriespeicher sowie eine deutlich schnellere Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Gebäuden. Nur so könne Europa die Energiewende beschleunigen und gleichzeitig Energiepreise senken sowie die Versorgungssicherheit stärken.
Quelle: SolarPower Europe

















