Analyse zeigt: Fledermäuse fühlen sich wohl in Solarparks – bei richtiger Planung

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03.08.2026 Aus der Redaktion
Sven Ullrich Sven Ullrich E-mail Journalist
Analyse zeigt: Fledermäuse fühlen sich wohl in Solarparks – bei richtiger Planung

Fledermäuse reagieren auf den Bau von Solarparks. Doch mit einer fledermausgerechten Anlagenkonfiguration und Pflege der Fläche bleiben die Auswirkungen gering.

Fledermäuse nutzen Solarparks als Lebensraum und Jagdrevier je nach Art sehr unterschiedlich. So haben Untersuchungen gezeigt, dass die Zahl der Fledermäuse in Solarparks im Vergleich zu Referenzflächen ohne Photovoltaik gleich bleibt, auch wenn sich das Verhalten bei Flug und Nahrungsaufnahme ändert. Dennoch wirkt sich die Solaranlage auf die Qualität der Fläche als Jagdhabitat für Fledermäuse aus.

Entscheidend sind die Anlagenkonfiguration und die Pflege des Solarparks, da beides unterschiedliche Auswirkungen auf Fledermäuse hat. Zudem nehmen die verschiedenen Fledermausarten einen Solarpark als Habitat unterschiedlich gut an. Das sind Ergebnisse einer Auswertung verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen zur Auswirkung von Solarparks auf Fledermäuse. Die Experten des Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende (KNE) haben sich dazu Studien aus England, Ungarn und Frankreich genau angeschaut, um Handlungsempfehlungen für die Planung der Anlagen herauszuarbeiten.

Strukturarme Ackerflächen nutzen

Grundlegend empfehlen die Studienautoren, Solarparks auf Flächen zu errichten, die für Fledermäuse als Nahrungshabitat kaum geeignet sind. Das sind unter anderem vor dem Anlagenbau intensiv genutzte, strukturarme Ackerflächen. Voraussetzung ist hier wiederum, dass auf der Fläche und in der näheren Umgebung keine bedeutsamen Quartiere, Leitstrukturen oder hochwertigen Nahrungshabitate von Fledermäusen betroffen sind.

Lebensraum für Fledermäuse attraktiv machen

Außerdem raten die Experten von KNE zu einer ökologisch hochwertigen Ausgestaltung und Pflege der Anlagen. Sie schlagen unter anderem die Schaffung zusätzlicher Habitate wie Hecken vor. Zudem sollte die Grünfläche unter den Solarmodulen möglichst artenreich sein und fachgerecht gepflegt werden. Damit können die Anlagenbetreiber die Qualität der Solarparkfläche als Lebensraum für Fledermäuse erhöhen.

Für Projektentwickler und Anlagenbetreiber sind dies keine zusätzlichen Hürden. Denn dies sind Maßnahmen, die sich bereits bei der Minderung von Beeinträchtigungen anderer Artengruppen und Schutzgüter bewährt haben und deshalb multifunktionell eingesetzt werden können.

Link zur Studie: https://www.naturschutz-energiewende.de/publikationen/auswirkungen-von-solarparks-auf-fledermaeuse/