Westliche Wechselrichterhersteller beanspruchen ausreichende Kapazität für den europäischen Markt

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03.07.2026 Hauptartikel
Gijs de Koning Gijs de Koning E-mail Hoofdredacteur
Westliche Wechselrichterhersteller beanspruchen ausreichende Kapazität für den europäischen Markt

Westliche Wechselrichterhersteller können nach Angaben des European Solar Manufacturing Council ausreichend liefern, um den europäischen Markt zu bedienen. Das wird relevant, da die Europäische Kommission die EU-Finanzierung für Energieprojekte mit Wechselrichtern von Anbietern aus Hochrisikoländern einschränkt. Der Branchenverband stützt sich dabei auf Zahlen von S&P Global Energy sowie auf eine eigene Umfrage unter sechs Herstellern.

Die Diskussion über Wechselrichter hat sich in den vergangenen Monaten von Preis und Verfügbarkeit hin zu Energiesicherheit und Cybersicherheit verschoben. Wechselrichter wandeln den Strom von Solarmodulen und Batterien in netztauglichen Strom um. Da viele moderne Wechselrichter aus der Ferne verwaltet und aktualisiert werden können, werden sie von politischen Entscheidungsträgern zunehmend als kritische digitale Infrastruktur betrachtet.

Die Europäische Kommission nennt Solar- und Windkraftanlagen in ihrer jüngsten Energieroadmap ausdrücklich als Schwerpunktbereich für Cybersicherheitsrisiken. Dazu zählen unter anderem unbefugter Zugriff auf Betriebsdaten und die Möglichkeit, die Stromproduktion aus der Ferne zu beeinflussen.

Europäische Produktionskapazität laut ESMC ausreichend

Laut ESMC liegt die europäische Produktionskapazität für Wechselrichter bei rund 104 Gigawatt AC. Zusätzlich stehen nach Angaben der Organisation mehr als 120 Gigawatt AC an Kapazität bei Herstellern in Nord- und Südamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum zur Verfügung, China ausgenommen. Von der europäischen Kapazität sollen laut S&P Global Energy mehr als 53 Gigawatt AC für die europäische Nachfrage verfügbar sein.

Dieser Vergleich erfordert allerdings eine gewisse Einordnung. SolarPower Europe berechnete, dass die EU im Jahr 2025 rund 65,1 Gigawatt an neuer Photovoltaikleistung installiert hat. Diese Zahl wird in der Regel als PV-Leistung veröffentlicht, während ESMC von Wechselrichterkapazität in Gigawatt AC spricht. Die Zahlen sind daher nicht eins zu eins vergleichbar, zeigen aber, dass Wechselrichterkapazität zu einem strategischen Thema innerhalb des europäischen Solarmarktes wird.

Westliche Anbieter bereits in Osteuropa aktiv

ESMC betont außerdem, dass westliche Hersteller bereits seit längerer Zeit in Mittel- und Osteuropa aktiv sind. Aus einer Umfrage unter sechs Herstellern geht hervor, dass diese gemeinsam über etwa 14 Gigawatt installierte Wechselrichterkapazität in acht Märkten verfügen. Zudem seien sie seit ungefähr 2010 in der Region vertreten, mit rund 330 Vertriebs- und Servicemitarbeitern vor Ort oder aus der Ferne.

Polen ist laut ESMC der größte Markt innerhalb der Umfrage, mit 4.430 Megawatt installierter Kapazität. Danach folgen unter anderem Ungarn, Tschechien, Rumänien, Bulgarien und die Slowakei.

„Das Angebot ist nicht der Engpass. Die Kapazität, um Hochrisikoanbieter zu ersetzen, besteht bereits heute“, erklärt Christoph Podewils, Generalsekretär des ESMC.

Mehrkosten bleiben ein Diskussionsthema

Auch bei den Kosten versucht ESMC, Bedenken auszuräumen. Nach Angaben der Organisation würde die Entscheidung für einen westlichen Wechselrichter bei Utility-Scale- und kommerziellen Projekten rund 2 Prozent zu den gesamten Projektkosten hinzufügen. ESMC verweist dabei auf eine Analyse von Wood Mackenzie. Bei residential String-Wechselrichtern würde es demnach um 3 bis 4 Prozent gehen. Bei Systemen mit Mikro-Wechselrichtern, Leistungsoptimierern oder Hybrid-Wechselrichtern kann die Differenz laut ESMC auf bis zu 8 Prozent steigen.

Gleichzeitig warnen Marktteilnehmer, dass eine Umstellung nicht überall einfach sein wird. Reuters berichtete zuvor, dass die EU-Maßnahme mehr als ein Fünftel der neuen europäischen Solarkapazität betreffen könnte. Projektentwickler befürchten vor allem in subventionsabhängigen Märkten höhere Kosten und Verzögerungen, während europäische Hersteller betonen, dass eine Skalierung möglich sei.