Wachstumstreiber: Solarparks mit Großspeichern
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Bei einer Pressekonferenz Ende Juni hat der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) aktuelle Marktzahlen zur deutschen PV- und Stromspeicherbranche präsentiert. Die wichtigsten Ergebnisse: 2025 hat die Photovoltaik sowohl Braunkohle als auch Erdgas bei der deutschen Nettostromerzeugung überholt. Den größten Zubau verzeichneten Solarparks. Fast 70 Prozent von ihnen werden derzeit mit Speichern zusammen installiert. Allein im ersten Quartal dieses Jahres gingen Batteriespeicher mit mehr als zwei Gigawattstunden in Betrieb.
Mit einer Gesamtleistung von mehr als 120 Gigawattstunden erzeugten die 6 Millionen deutschen PV-Anlagen im vergangenen Jahr 87 Terawattstunden, was rund 19 Prozent der gesamten Nettostromerzeugung entspricht. Sie wurden nur noch von der Windenergie übertroffen, die mit 132 Terawattstunden rund 27 Prozent der Nettostromerzeugung lieferte. Bis Ende Juni rechnet BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig mit einer PV-Gesamtleistung von mehr als 125 Gigawattstunden.

PV-Ausbautempo erhöhen
Rund 57 Prozent des gesetzlichen Ausbauziels für 2030 seien geschafft, so Körnig. Damit die Klimaziele erreicht werden können, müsse das Ausbautempo allerdings erhöht werden. 2025 lag der Zubau auf dem Niveau von 2024, in diesem Jahr rechnet Körnig mit ähnlichen Zahlen. Balkonkraftwerke haben sich zwar gegenüber 2022 mehr als verzehnfacht – Ende 2025 wurden mehr als 1,2 Millionen Steckersolargeräte registriert. Außerdem wuchs der Zubau bei den Solarparks von Januar bis Mai dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 Prozent. Doch die Zahlen im Heimsegment und bei PV-Gewerbedächern sind rückläufig, und Körnig erwartet, dass die Nachfrage weiter sinkt, wenn das EEG 2027 in seiner aktuellen Form – also ohne Einspeisevergütung für private PV-Anlagen bis 25 Kilowattpeak – eingeführt wird.
Der BSW-Geschäftsführer geht davon aus, dass sich Heimanlagen ohne Einspeisevergütung erst nach knapp 20 Jahren amortisieren. Die Erwartungshaltung der Eigenheimbesitzer liege allerdings bei 10 bis 12 Jahren. „Wir brauchen eine verlässliche Förderkulisse und dürfen einzelne Segmente nicht ausbremsen“, sagte er im Rahmen der Pressekonferenz. „Solarenergie ist nicht nur eine Technik, sondern der Katalysator eines Gesamtsystems für die Sektorenkopplung, zum Beispiel mit E-Autos und Wärmepumpen.“

Batteriespeicher wachsen rasant
Im Unterschied zum PV-Markt wächst der Batteriemarkt rasant: Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden rund 225.000 neue Speicher mit einer Gesamtkapazität von 3,4 Gigawattstunden in Betrieb genommen – rund 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders dynamisch sind dabei die Großspeicher. Ihr Zubau lag zwischen dem 1. Januar und dem 31. Mai dieses Jahres bei rund 1,47 Gigawattstunden – verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist das ein Wachstumsplus von 339 Prozent.
Derzeit sind in Deutschland Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von rund 30 Gigawattstunden installiert, davon rund sechs Gigawattstunden Großspeicher. Letztere gewinnen für die Integration erneuerbarer Energien und die Stabilisierung des Stromsystems zunehmend an Bedeutung.

BSW-Chef fordert „freie Fahrt“
Körnig bedauerte, dass Batteriespeicher ihr Marktpotenzial nicht ausschöpfen könnten und regulatorisch ausgebremst werden. Er forderte daher: „Wir müssen den Speicherausbau unbedingt vorantreiben. Wir brauchen mehr Tempo und Effizienz.“ Energiewirtschaftliche Prozesse sollten vereinheitlicht, die Standardisierung von Netzanschlussverfahren beschleunigt und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Außerdem sollte man Batteriespeicher konsequent bei Netzengpässen nutzen statt erneuerbare Energien abzuregeln. „Wir brauchen keinen Hürdenlauf, sondern freie Fahrt. Batteriespeicher senken Systemkosten, reduzieren Netzengpässe und stärken die Versorgungssicherheit“, so Körnig.


















