EEG 2027 sorgt für Vorzieheffekte: Modulpreise bleiben trotz Überangebot stabil

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24.08.2026 Hauptartikel
Gijs de Koning Gijs de Koning E-mail Hoofdredacteur
EEG 2027 sorgt für Vorzieheffekte: Modulpreise bleiben trotz Überangebot stabil

Die Unsicherheit über das EEG 2027 wirkt sich zunehmend auf den deutschen Photovoltaikmarkt aus. Während einige Marktteilnehmer Investitionen zunächst zurückstellen, ziehen andere geplante Projekte vor. Nach Einschätzung der Handelsplattform pvXchange sorgt dieser Vorzieheffekt dafür, dass die Auftragsbücher vieler Installationsbetriebe weiterhin gut gefüllt sind. Gleichzeitig verhindert ein europaweites Überangebot an Solarmodulen bislang einen neuen Preisanstieg.

Damit bestätigt sich eine Entwicklung, über die Sustainable Media 365 bereits im Juni berichtet hatte. Damals registrierte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) eine deutliche Belebung der Nachfrage, die der Verband mit den angekündigten Einschnitten bei der Solarförderung in Verbindung brachte.

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Solarkonjunktur wegen Vorzieheffekten

pvXchange sieht diesen Effekt nun weiterhin im Markt. Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte sein, was nach der parlamentarischen Sommerpause mit dem EEG 2027 und dem Netzpaket geschieht.

EEG-Reform sorgt für Unsicherheit

Das Bundeskabinett hat die Gesetzentwürfe für das EEG 2027 und das Netzpaket am 29. Juli verabschiedet. Zu den umstrittensten Punkten gehört die geplante weitgehende Abschaffung der garantierten Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen mit weniger als 25 Kilowatt Leistung.

Sustainable Media 365 berichtete zuletzt ausführlich über die vom Kabinett beschlossenen Pläne. Vorgesehen ist unter anderem ein schrittweiser Übergang zur Direktvermarktung. Verbände aus der Erneuerbaren-Branche fordern weiterhin umfangreiche Änderungen. 

Diese Unsicherheit ist laut pvXchange inzwischen auch im Marktverhalten sichtbar. Ein Teil der Kunden wartet zunächst ab, andere wollen geplante PV-Anlagen noch unter den bestehenden Bedingungen realisieren. Dadurch bleibt die Nachfrage vorerst vergleichsweise robust.

Wie lange dieser Effekt anhält, dürfte unter anderem davon abhängen, ob sich Geschäftsmodelle ohne gesetzlich garantierte Einspeisevergütung schnell genug etablieren. Nach Einschätzung von pvXchange können sich viele Anlagen bereits ohne Förderung rechnen. Insbesondere mittelgroße PV-Anlagen benötigen die bestehende EEG-Vergütung jedoch häufig noch als wirtschaftliche Absicherung.

Modulpreise bewegen sich kaum

Trotz gut gefüllter Auftragsbücher bleibt auf dem europäischen Modulmarkt ein Überangebot bestehen. Die Preise veränderten sich deshalb im August nur geringfügig.

Mainstream-Module kosteten laut pvXchange durchschnittlich 0,135 Euro pro Wattpeak und damit genauso viel wie im Juli. Auch Full-Black-Module blieben mit 0,160 Euro pro Wattpeak stabil. Günstige Low-Cost-Module verbilligten sich dagegen um 6,7 Prozent auf 0,075 Euro pro Wattpeak.

Bei High-Efficiency-Modulen weist der Index zwar einen Anstieg um 3,4 Prozent auf 0,150 Euro pro Wattpeak aus. Dieser ist jedoch vor allem auf eine veränderte Klassifizierung zurückzuführen. pvXchange hat die Grenze zwischen Mainstream- und Hochleistungsmodulen aufgrund steigender Modulwirkungsgrade von 23 auf 23,5 Prozent angehoben. Ohne diese Anpassung wäre auch der Preis der leistungsstärksten Kategorie gegenüber Juli weitgehend unverändert geblieben.

Entscheidung nach der Sommerpause

Hersteller rechnen laut pvXchange dennoch nicht damit, dass die Modulpreise im weiteren Jahresverlauf stark fallen. Für Deutschland hängt die Nachfrage dabei wesentlich von der weiteren Ausgestaltung des EEG 2027 ab.

Sollten die derzeit geplanten Einschnitte weitgehend bestehen bleiben, könnte der gegenwärtige Vorzieheffekt nach Inkrafttreten der neuen Regeln in einen Nachfragerückgang umschlagen. Genau davor hatte der BSW-Solar bereits im Juni gewarnt.

Die derzeit stabilen Modulpreise sind damit nicht unbedingt ein Zeichen für einen dauerhaft stabilen deutschen Solarmarkt. Sie treffen vielmehr auf eine Nachfrage, die zumindest teilweise davon getragen wird, dass Investoren und Hauseigentümer Projekte noch vor einer möglichen Verschlechterung der Förderbedingungen realisieren wollen.