Solarenergie erreicht Rekordniveau, doch ihr Wert sinkt
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Deutschlands Photovoltaikanlagen haben im Juli so viel Strom ins öffentliche Netz eingespeist wie noch nie. Gleichzeitig ist der Marktwert von Solarstrom deutlich gesunken. Die Entwicklung zeigt, dass mit dem weiteren Photovoltaik-Ausbau nicht allein zusätzliche Erzeugung, sondern zunehmend auch Speicher und flexible Verbraucher benötigt werden.
Nach Daten der Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE speisten Photovoltaikanlagen im Juli insgesamt 12,04 Terawattstunden Strom in das öffentliche Netz ein. Damit wurde erstmals die Marke von zwölf Terawattstunden innerhalb eines Monats überschritten. Bereits im Juni war mit mehr als elf Terawattstunden ein neuer Rekord erreicht worden.
Zum Vergleich: Im Juli 2025 waren es lediglich rund 8,4 Terawattstunden. Neben dem weiteren Ausbau der Photovoltaik sorgten günstigere Wetterbedingungen für die deutlich höhere Erzeugung. In Deutschland sind inzwischen rund 127 Gigawatt Photovoltaikleistung installiert.
Marktwert fällt trotz hoher Strompreise
Der Produktionsrekord hat jedoch eine Kehrseite. Der Marktwert Solar sank im Juli nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber auf 5,226 Cent pro Kilowattstunde. Im Juni waren es noch 6,190 Cent, im Juli vergangenen Jahres 5,923 Cent.
Auffällig ist vor allem der Abstand zum durchschnittlichen Spotmarktpreis. Dieser lag im Juli bei rund 10,55 Cent pro Kilowattstunde und damit etwa doppelt so hoch wie der Marktwert Solar.
Das zeigt ein grundsätzliches Problem eines Stromsystems mit einem wachsenden Solarstromanteil: Photovoltaikanlagen produzieren größtenteils zur gleichen Zeit. An sonnigen Mittagen steigt das Angebot stark und drückt die Börsenpreise, während Strom in Stunden mit geringer Solarproduktion deutlich teurer sein kann. Mit zunehmendem Ausbau wird deshalb nicht nur die produzierte Strommenge, sondern auch der Zeitpunkt der Einspeisung wirtschaftlich wichtiger.
Mehr erneuerbare Energien werden kommerziell abgeregelt
Auch aktuelle Zahlen zur Abregelung erneuerbarer Energien weisen in diese Richtung. Nach einer Analyse des Energieinformationsdienstes Montel stieg die aufgrund niedriger oder negativer Marktpreise kommerziell abgeregelte Strommenge im ersten Halbjahr 2026 um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Bemerkenswert ist, dass gleichzeitig die Zahl der Stunden mit negativen Großhandelspreisen um 23 Prozent zurückging. Wenn ein Überangebot entsteht, werden also größere Mengen erneuerbarer Erzeugung aus dem Markt genommen. Netzbedingte Abregelungen auf Anweisung der Netzbetreiber sind in diesen Zahlen nicht enthalten.
Damit wird Flexibilität für die weitere Integration der Photovoltaik zunehmend entscheidend. Batteriespeicher können Solarstrom aus den Mittagsstunden aufnehmen und ihn in Stunden mit höherer Nachfrage verschieben. Flexible Verbraucher, Elektroautos und steuerbare Wärmepumpen können einen ähnlichen Beitrag leisten.
Sustainable Media 365 berichtete bereits über eine Fraunhofer-Analyse, wonach ein schnellerer Ausbau von Batteriespeichern Abregelungen um rund 55 Prozent reduzieren könnte.
Der neue Solarrekord unterstreicht damit nicht nur den Erfolg des deutschen Photovoltaikausbaus. Er zeigt zugleich, dass die nächste Phase der Energiewende stärker um die Frage kreisen wird, wie immer größere Mengen Solarstrom sinnvoll gespeichert, verschoben und vermarktet werden können.


















